New York - Mit einem Plädoyer für den Schutz und die Aufklärung von Frauen haben die Vereinten Nationen eine dreitägige Aids-Konferenz beendet. Nach langwierigen Debatten verabschiedete die UN-Generalversammlung in New York in der Nacht zum 3. Juni (Ortszeit) den Text, in dem eine globale Strategie für den Kampf hegen das HI-Virus formuliert wird.
Die Erklärung erkennt den von der UNO geschätzten Bedarf von 20 bis 23 Milliarden Dollar pro Jahr für den Kampf gegen Aids bis zum Jahr 2010 zwar an. Sie enthält aber keine konkreten Zahlungsverpflichtungen für einzelne Länder und Handlungsanweisungen. Der Vorsitzende der Konferenz, Jan Eliasson, sprach von einem „guten, substanziellen und vorausschauenden Dokument“. Es werde besonders auf die Stärkung von Frauen und Mädchen eingegangen.
Die Erklärung fordert unter anderem den Schutz von Frauen vor sexueller Gewalt und die Möglichkeit für Frauen, frei über Sexualität und Fortpflanzung zu bestimmen. Der Gebrauch von Kondomen wird als Mittel der Aids-Prävention hervorgehoben. Dies hatten einige moslemische und lateinamerikanische Länder verhindern wollen.
Nichtregierungsorganisationen kritisierten das Fehlen konkreter Handlungsvorgaben für die Finanzierung des Kampfes gegen Aids. Es sei angesichts von 8.500 Aids-Toten und 13.500 Neuinfizierten pro Tag „unbegreiflich, wie die Verhandlungsführer so eine schwache Erklärung beschließen konnten“, sagte Aditi Sharma von der Organisation ActionAid International.
UNAIDS-Geschäftsführer Peter Piot wies die Kritik zurück. In das Abschlussdokument seien „erstmals einige der umstrittensten Themen“ rund um Aids eingegangen, entgegnete er. /afp
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