3.197 News Ausland

Ausland

US-Ärztebund fordert kurzzeitiges Werbeverbot für verschreibungspflichtige Medikamente

Montag, 19. Juni 2006

Washington - Der amerikanische Ärztebund (American Medical Association, AMA) hat vom Gesundheitsministerium in Washington ein „vorübergehendes Werbe-Verbot“ für alle neu auf den Markt kommenden verschreibungspflichtigen Arzneimittel verlangt. Das Verbot betrifft allerdings lediglich die Werbung beim Patienten und nicht die Werbung beim Arzt. Die AMA begründete ihre kontroverse Forderung damit, dass es ohne eine Patientenwerbung für den Arzt leichter sei, zunächst den Nutzen eines neuen Arzneimittels zu evaluieren, ohne dass er sofort von seinen Patienten unter Druck gesetzt wird, das Mittel zu verordnen.

In den USA ist die Direktwerbung beim Patienten für verschreibungspflichtige Arzneimittel seit Jahren erlaubt. Die AMA wies darauf hin, dass die Werbung beim medizinischen Laien für verschreibungspflichtige Medikamente ein zweischneidiges Schwert sei. Zum einen informiere die Werbung den Patienten über Nutzen und Nebenwirkungen eines Medikaments. Gleichzeitig bestehe aber die Gefahr der Missinformation. 

Amerikanische Ärzte berichten immer wieder, dass sie von Patienten unter Druck gesetzt werden, ein bestimmtes Arzneimittel zu verschreiben, nachdem sie dies in der Werbung gesehen haben. Oftmals sei das beworbene Medikament aber für den danach fragenden Patienten nicht indiziert. Der verschreibende Arzt gerate durch die Werbung in eine „schwierige Situation“, die wiederum das Arzt-Patienten-Verhältnis belaste. 

Laut AMA sei es „sinnvoll“, die Patienten-Werbung für neu zugelassene ethische Arzneimittel für einen bestimmten Zeitraum gesetzlich zu verbieten. In dieser werbefreien Zeit habe der Arzt die Möglichkeit, sich gründlich über Nutzen und Risiken des neuen Präparates zu informieren, ohne dass er von Patienten unter Druck gesetzt wird. 

Meinungsumfragen bei amerikanischen Ärzten zeigen, dass die Mehrzahl der Mediziner ein befristetes Werbeverbot für neue Medikamente  unterstützt. Allerdings hat die Arzneimittelindustrie Vorbehalte. /KT

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
3.197 News Ausland

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren


Eingeloggt als

Suchen in

  • Archiv
  • News
  • Foren
  • Blogs