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Indien: Diskussion um Werbeverbot für zuckerhaltige Getränke und Fast Food

Mittwoch, 21. Juni 2006

Neu Dehli - In Indien könnte es für Filmschauspieler und Popstars schon bald verboten sein, für zuckerhaltige und ungesunde Softdrinks und Junk Food Werbung zu machen. Das indische Gesundheitsministerium sprach sich für neue, strengere Werbebestimmungen aus. Indische Ärzte unterstützen das.

Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Neu Dehli sagte, steige in Indien die Zahl der ernährungsbedingten Krankheiten wie Diabetes, Übergewicht und koronare Herz- und Kreislaufleiden seit Jahren deutlich an. Bereits Kinder im Alter von zehn Jahren zeigten heute Krankheitssymptome, die auf den übermäßigen Konsum von Softdrinks und Junk Food zurückzuführen seien, so das Ministerium. Deshalb wird in Indien überlegt, die Werbung für ungesunde Nahrungsmittel weiter zu reglementieren. Schauspieler und Popstars sollen zukünftig nicht länger Werbung für diese Produkte betreiben dürfen, argumentiert das Gesundheitsministerium. 

In Indien verfügen vor allem die Filmschauspieler aus „Bollywood“ über einen großen Einfluss auf Moral und Verhalten der Öffentlichkeit. Indische Ärzte verlangen seit längerem eine besser koordinierte und strenger reglementierte Gesundheitspolitik bezüglich ernährungsbedingter Krankheiten. 

Während große Teile der indische Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben und unterernährt sind, steigt in der Mittel- und Oberschicht der Anteil der übergewichtigen und adipösen Patienten seit Jahren deutlich an. Das Problem der ernährungsbedingten Krankheiten wurde laut indischen Ärzteverbänden jahrelang von den Gesundheitspolitikern ignoriert. /KT

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