Dublin - In Irland streiten Onkologen, Hausärzte und Gesundheitspolitiker über den Start eines landesweiten Screeningprogramms für das Prostatakarzinom. Während die Organisation „Irish Cancer Society“ (ICS) die „unverzügliche Einführung“ eines landesweiten Vorsorgeprogramms verlangt, bestreiten andere Verbände den Sinn eines solchen Vorhabens.
Kürzlich hatte ICS-Chairman Professor Paul Redmond vom Dubliner Gesundheitsministerium die Einführung eines landesweiten Früherkennungsprogramms für Prostatakrebs gefordert. Dies sei „sinnvoll“, um die „relativ hohe Mortalität“ bei dieser Krebsart zu senken. Die ICS, die in Irland über bedeutenden gesundheitspolitischen Einfluss verfügt, wies darauf hin, dass entsprechende Vorsorge- und Früherkennungsprogramme in Amerika zu einer deutlichen Senkung der Mortalität geführt hätten.
Das wird von anderen Verbänden bestritten. So meldete sich das „National Cancer Forum“ (NCF) zu Wort. Die Senkung der Mortalität bei Prostatakrebs in den USA habe mehr mit neuen Therapien zu tun als mit der Früherkennung. „Ein landesweites Früherkennungsprogramm ist volkswirtschaftlich nicht sinnvoll“, so ein NCF-Sprecher vor Journalisten in Dublin.
Die irische Gesundheitsministerin Mary Harney kündigte eine Prüfung der Sachlage ein. Gesundheitspolitische Beobachter in Dublin rechnen damit, dass das Gesundheitsministerium nach der parlamentarischen Sommerpause entscheiden wird. /KT
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