Stuttgart – Um den Gesundheitsstandort Baden-Württemberg fürchtet die Kassenärztlichen Vereinigung (KV) des Bundeslandes, wenn die große Koalition die Gesundheitsreform wie geplant umsetzt. „Sollte das von der Regierungskoalition vorgelegte Eckpunktepapier Gesetz werden, droht durch den geplanten Gesundheitsfonds ein gigantischer Abfluss von Krankenkassengeldern aus dem Land. Dies würde massiv den Gesundheitsstandort Baden-Württemberg gefährden und im Besonderen Arbeitsplätze in den Arztpraxen und Krankenhäusern, aber auch im Gesundheitswesen insgesamt kosten“, erklärten die Delegierte der KV am 26. Juli. Damit stünde die bisher überdurchschnittlich gute Versorgung der Patienten in Baden-Württemberg auf dem Spiel.
Die Delegierten haben außerdem die im Eckpunktepapier zur Gesundheitsreform geplante Vergütung der ärztlichen Leistungen über Pauschalen abgelehnt. Auch das derzeit diskutierte Konzept der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für eine Honorarreform findet nicht die Zustimmung der Vertreterversammlung. Ihrer Meinung nach führen Pauschalen zu Rationierung, Qualitätsverlust und Intransparenz. Das Ärzteparlament favorisiert stattdessen eine Weiterentwicklung der jetzt gültigen Gebührenordnung, indem feste Preise festgelegt werden und das Krankheitsrisiko auf die Krankenkassen übertragen wird. /hil
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