5.212 News Ärzteschaft

Ärzteschaft

Kirchliche Krankenhäuser: Ärztestreik wäre Rechtsbruch

Dienstag, 22. August 2006

Bonn - Im Tarifkonflikt der Ärzte haben die katholischen Krankenhäuser in Deutschland Ankündigungen des Marburger Bundes (MB) zurückgewiesen, die Ärzte würden ihre Forderungen notfalls auch mit Arbeitskämpfen durchsetzen. In kirchlichen Einrichtungen werde nicht gestreikt, weil es einen eigenständigen „dritten Weg“ zur Regelung kirchlicher Arbeitsverhältnisse gebe, sagte der Vorsitzende des Katholischen Krankenhausverbands Deutschlands (KKVD), Dieter Geerlings, am Dienstag in Münster. Dieser Weg der Tarifentwicklung in paritätisch besetzten Kommissionen habe sich bewährt. Ein Streik sei ein entscheidender Vertrauensbruch des kirchlichen Arbeitsrechts und könne erhebliche Konsequenzen für das Arbeitsverhältnis haben.

Geerlings reagierte damit auf die Forderung des Vorsitzenden des Marburger Bunds, Frank Ulrich Montgomery, private und kirchliche Krankenhäuser müssten nun auf der Basis der bisherigen Abschlüsse „einen vernünftigen Kompromiss“ mit der Ärztegewerkschaft schließen. Die Ärzte seien dabei „völlig in der Lage“, ihre Forderungen notfalls erneut mit Arbeitskämpfen durchzusetzen.

Laut Geerlings ist zurzeit noch nicht absehbar, wie die Personalkostensteigerung bei den Ärzten in kirchlichen Einrichtungen aussehen wird. Das sei allein Sache der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes, die im Spätherbst beraten wolle. Kirchliche Träger könnten und wollten aber „mittelfristig Ärzte nicht wesentlich schlechter vergüten als andere Träger“. Hohe medizinische Qualität sei Markenzeichen eines kirchlichen Krankenhauses. Daher sei man auf gute Ärzte angewiesen, andererseits aber auch auf qualifiziertes Pflegepersonal, sagte der KKVD-Vorsitzende.

Geerlings, der auch Domkapitular in Münster ist, betonte, dass die bisherigen Tarifabschlüsse für Ärzte sich auf die kirchlichen Krankenhäuser auswirken würden. Im Moment sei aber nicht zu entscheiden, ob es zwingend sei, Ärzten in kirchlichen Einrichtungen mehr Gehalt zu zahlen, um ein Abwandern zu anderen Trägern zu verhindern. Die Vergütung sei nicht das alleinige Instrument zur Personalgewinnung oder -bindung. Katholische Kliniken investierten deshalb in Personalentwicklungskonzepte und Leitbildprozesse, um über eine Vergütungseingruppierung hinaus als ein attraktiver Arbeitgeber gesehen zu werden.

Geerlings verwies zugleich auf massive Belastungen für die Krankenhäuser, die durch die Tarifabschlüsse, aber auch durch die geplante Gesundheitsreform absehbar seien. Viele der Krankenhäuser könnten die zusätzlichen Lasten nicht mehr schultern und drohten ins Rutschen zu geraten. Der Krankenhausverband organisiert eigenen Angaben zufolge mehr als 470 katholische Kliniken in Deutschland. 150.000 Beschäftigte versorgen dort jährlich etwa 3,5 Millionen Patienten. © kann/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
5.212 News Ärzteschaft

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren


Eingeloggt als

Suchen in

  • Archiv
  • News
  • Foren
  • Blogs