Berlin - Auf Einladung des Marburger Bundes (MB) ist die „Permanent Working Group of European Junior Doctors“ (PWG), die Vereinigung europäischer Mediziner in Weiterbildung, am Freitag und Samstag anlässlich ihres Herbstsymposiums zu Gast in Berlin. Die Teilnehmer diskutieren aktuelle Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen junger Assistenzärzte.
Im Mittelpunkt der Tagung steht ein Vortrag des MB-Vorsitzenden Dr. Frank Ulrich Montgomery über die Ärztestreiks. „Unsere Erfahrungen mit den Arbeitsniederlegungen haben gezeigt, dass Ärzte sich erfolgreich gegen schlechte Arbeitsstrukturen wehren können. Dieses Wissen möchten wir gerne unseren europäischen Kollegen mitteilen und so Mediziner europaweit ermutigen, schlechte Arbeitsbedingungen zu boykottieren“, so der MB-Vorsitzende.
Ein weiterer Diskussionspunkt ist die geplante Revision der europäischen Arbeitszeitrichtlinie. Genau wie die Europäische Kommission wolle auch der Rat der Europäischen Union zukünftig nur noch so genannte „aktive Zeiten“ innerhalb der Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit anerkennen. „Die geplante Änderung der Richtlinie ist ärzte- und patientenfeindlich.
Der flächendeckende Rückhalt der Bevölkerung für die Ärztestreiks hat gezeigt, dass Marathonschichten zum Schutz von Medizinern und Patienten in die arbeitspolitische Steinzeit zurückversetzt werden sollten. Aus diesem Grund begrüßen wir, dass der Rat vorerst zu keiner politischen Einigung gekommen ist“, betonte Montgomery. © hil/aerzteblatt.de
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