Berlin - Die Gesundheitsreform führt nach Ansicht des Ärzteverbandes Marburger Bund in die Sackgasse. Verbandschef Frank Ulrich Montgomery forderte am Montag während der derzeit laufenden Anhörungen im Bundestag zum Gesetzentwurf der großen Koalition, „Mut zu einem echten Neuanfang bei der Reformierung des Gesundheitswesens aufzubringen“. Montgomery bezeichnete den vorliegenden Entwurf als „Murks“, der gänzlich vom Tisch müsse.
Montgomery kritisierte, das Gesundheitssystem sei zum Spielball politischer Machtinteressen geworden. Inzwischen präge nicht eine nachhaltige Gesundheitsreform, sondern Machterhalt das Denken der Verantwortlichen. Die Koalition versuche, die Gesetzesvorlage gegen den Willen aller Fachleute durchzusetzen.
Überfällige Struktur- und Finanzierungsänderungen, die durch hohe Arbeitslosigkeit und demografische Entwicklung erforderlich seien, würden nicht in Angriff genommen, rügte der Verbandschef. Stattdessen tausche die Politik Wahlfreiheit und Qualitätswettbewerb gegen „Einheitsversicherung und Bevormundungsmedizin“ aus. Mit den vorgesehenen Veränderungen riskiere die Politik, das an Effizienz und Qualität orientierte Gesundheitswesen komplett zu zerstören. © ddp/aerzteblatt.de
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