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Drogenbeauftragte will weniger rauchende Schauspieler

Mittwoch, 29. November 2006

Berlin - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), will weniger rauchende Schauspieler in deutschen Fernsehserien und Kinofilmen. Tabakkonsum sei „kein 'wertfreies' dramaturgisches Mittel“, sondern verleite Kinder und Jugendliche zur Nachahmung, erklärte Bätzing am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung einer Studie zum Rauchen in Film und Fernsehen. Bei den Ergebnissen der Studie mit dem Titel „Verbreitung des Rauchens im deutschen Fernsehen und in deutschen Kinofilmen“ handelt es sich um einen ersten Teilbericht. Die seit Mai 2005 laufende Studie und wird vom Bundesgesundheitsministerium gefördert. 

Danach wird in deutschen Fernsehserien und Kinofilmen häufiger geraucht als in ausländischen Produktionen. So wurden in drei Viertel von 409 Top-Kinofilmen, die zwischen 1994 und 2004 erstmals im Kino liefen, geraucht. Tabakkonsum im Film sei „ein Risikofaktor für den Beginn des Rauchens bei Kindern und Jugendlichen“, kritisierte Bätzing. Darauf deuteten auch internationale Studien hin. 

Als Konsequenz will die Drogenbeauftragte eine freiwillige Vereinbarung mit Film- und TV-Produzenten anregen, nach der Schauspieler in deutschen Produktionen möglichst nicht rauchen sollen. Ziel sei es, die Filmschaffenden in Deutschland stärker für das Thema zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck will Bätzing die Studie auch an die Intendanten und Senderchefs der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehanstalten schicken und sie um eine Stellungnahme bitten. Auf Grundlage der Studienergebnisse müsse es eine Debatte über die Vorbildfunktionen des Fernsehens und Films geben.

Als positive Beispiele nannte die Drogenbeauftragte die RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und die ARD-Serie „Marienhof“. Beide wurden bereits mit dem „Rauchfrei Siegel“ der Deutschen Krebshilfe und des Aktionsbündnisses Nichtrauchen ausgezeichnet. © afp/aerzteblatt.de

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