Düsseldorf - Die rund 15,3 Millionen Ausländer in Deutschland haben ein erhöhtes Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken. Ihnen bleibt der Zugang zu präventiven und Früherkennungs-Maßnahmen häufig verschlossen. Darauf wies die Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Migranten der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) Anfang Dezember hin. Sie forderte daher, präventive Maßnahmen so zu gestalten, dass nicht große Teile der Bevölkerung ausgeschlossen seien.
Erschwerend komme hinzu, dass überproportional viele Migranten an Typ-2-Diabetes erkrankt seien: Experten schätzen die Anzahl auf etwa 14,9 Prozent im Vergleich zu rund sieben Prozent der Gesamtbevölkerung. „Insgesamt sind es mindestens eine Million Erkrankte mit Migrationshintergrund“, hieß es aus der DDG.
„Empirische Studien zeigen, dass Analphabetismus, Bildungsdefizite, Armut und mangelnde Informiertheit Risikofaktoren für das Auftreten und eine schlechte Prognose von Diabetes und morbider Adipositas sind“, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dr. Batuhan Parmakerli-Czemmel. Neben Sprache und Kultur seien es die soziale Schicht und die mangelnde Bildung, die eine effektive Prävention und eine geeignete Behandlung verhinderten. Alle bisherigen Konzepte und zukünftigen Maßnahmen, müssten diese Faktoren berücksichtigen, um erfolgreich zu sein. © hil/aerzteblatt.de
| Versenden | Teilen |

Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.