Berlin - Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hat einen drastischen Anstieg der Tuberkulosefälle in Entwicklungsländern beklagt. Mit neun Millionen Neuerkrankungen sei die Infektion mittlerweile ein drängendes Gesundheitsproblem geworden, sagte die Ministerin am Montag in Berlin. Sie äußerte sich bei einer Pressekonferenz der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Organisation.
Wieczorek-Zeul erläuterte, Tuberkulose stehe in enger Verbindung mit Aids. Beide Krankheiten führten zur Verschlechterung der jeweils anderen. Die internationale Entwicklungszusammenarbeit müsse diesen Teufelskreis durchbrechen, forderte die Ministerin.
DAHW-Projektleiter Adolf Diefenhardt warnte vor einer weltweiten Ausbreitung der Seuche, falls die Politik dem Problem nicht rechtzeitig begegne. Schon jetzt reagierten Patienten auf zwei Drittel der TB-Medikamente resistent. Diefenhardt wies darauf hin, dass auch die Lepra-Krankheit nach wie vor Aufmerksamkeit verlange. Bei derzeit nur noch wenigen Neuerkrankungen sei die Aufgabe der Gesundheitsorganisationen, ein neues Aufkommen der Erkrankung zu verhindern.
Problematisch nannte Diefenhardt, dass künftig Gesundheitsarbeiter ohne spezielle Ausbildung auch Lepra-Patienten betreuen sollen. Wenn diese Helfer neue Fälle übersehen würden, könne sich die Seuche schnell wieder ausbreiten, so der Experte. © kna/aerzteblatt.de
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