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Burnout als Risikofaktor für Typ-2-Diabetes mellitus

Montag, 26. Februar 2007

Tel Aviv - Stress und dauerhafte Überlastung am Arbeitsplatz zehren nicht nur an den Nerven. Sie wirken sich auch nachteilig auf die körperliche Gesundheit aus. Zu den möglichen Folgekrankheiten gehört nach einer Studie in Psychosomatic Medicine (2006; 68: 863-869) auch ein Typ-2-Diabetes mellitus. 

Das Burnout-Syndrom macht sich nicht nur durch emotionale und physische Erschöpfung bemerkbar. Die Betroffenen fühlen sich auch in ihrer beruflichen Kompetenz eingeschränkt und verspüren eine kognitive Trägheit. Gegenüber Mitarbeitern fallen sie durch Zynismus und eine desillusionierte Lebenseinstellung auf. Schließlich gehören auch Schlafstörungen und andere somatische Beschwerden zum Burnout-Syndrom, für das Samuel Melamed und Arie Shirom von der Universität Tel Aviv einen international anerkannten Evaluationsfragebogen entwickelt haben. 

Die Epidemiologen wendeten ihn auf eine Gruppe von 677 Frauen und Männern an, die im Mittel 3,6 Jahren später noch einmal untersucht wurden. Während dieser Zeit hatten 17 Mitarbeiter einen Typ-2-Diabetes mellitus entwickelt. Es handelte sich überwiegend um Beschäftigte mit einem hohen Burnout-Score in der ersten Untersuchung. Nach den Berechnungen von Melamed und Shirom war ein Burnout-Syndrom mit einem um 84 Prozent erhöhten Risiko auf einen Typ-2-Diabetes mellitus assoziiert (Odds Ratio 1,84; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,19-2,85).

Bei diesen Personen waren andere Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Rauchen, Alkohol, fehlende sportliche Aktivität und Art der Beschäftigung bereits berücksichtigt. In einer Untergruppe von 507 Personen waren auch die Blutdruckwerte bekannt. Nach der Korrektur um diesen wichtigen Faktor vervierfachte ein Burnout das Diabetesrisiko (Odds Ratio 4,32; 1,75–10,67).

Experten halten es durchaus für möglich, dass chronischer Stress direkt zu einer Störung im Glukosestoffwechsel führt. Denkbar ist aber auch, dass die Epidemiologen einen wichtigen gemeinsamen Faktor von Diabetes und Burnout übersehen haben. Denkbar ist, dass Stress und ständige Lebenshast sich ungünstig auf Ernährungsgewohnheiten in einer Weise auswirken, die allein mit dem Body-Mass-Index nicht erfasst werden können. © rme/aerzteblatt.de 

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