Finanzen der umstrittenen Brustimplantate-Firma werden untersucht
Donnerstag, 9. Februar 2012
dpa
Marseille – Im Skandal um minderwertige Brustimplantate ist
nun auch das dubiose Finanzgeflecht um die französische Firma PIP ins Visier
der Justiz geraten. Die Staatsanwaltschaft in Marseille leitete heute
Vorermittlungen ein, wie es aus Justizkreisen hieß. Zuvor hatte eine Frau, der
die gefälschten Silikoneinlagen eingesetzt worden waren, Anzeige wegen des
Vorwurfs des betrügerischen Bankrotts, der Bestechung, der Unterschlagung von
Gesellschaftsvermögen und Geldwäsche erstattet.
Die Untersuchungen zu den Finanzen der Firma PIP, die seit
2010 pleite ist, dürften die Ermittler auch nach Luxemburg führen. Dort hatten
Strohmänner des Firmengründers Jean-Claude Mas seit dem Ende der 90er Jahre ein
undurchsichtiges Finanzgeflecht geschaffen. Drei Männer, die in Verbindung mit
den PIP-Finanzgeschäften in Luxemburg standen, können als Zeugen jedoch nicht
mehr gehört werden, denn sie sind bereits verstorben - zuletzt im August 2011
der Finanzjongleur Fabrice Viguier bei einem Motorradunfall. Die beiden anderen
starben binnen weniger Monate in Luxemburg in derselben Wohnung.
Zahlreiche Opfer des PIP-Skandals, die unter anderem auf Entschädigung klagen,
vermuten, dass Firmengründer Mas und seine Lebensgefährtin absichtlich
Millionen verschwinden ließen. In Marseille laufen bereits zwei Verfahren im
Zusammenhang mit PIP: Eines wegen des Vorwurfs der fahrlässigen
Körperverletzung und Tötung, das andere wegen des Vorwurfs des Betrugs. Allein
in Marseille sind mehr als 2.500 Klagen von betroffenen Frauen anhängig.
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