Washington – Nach wachsender Kritik an seinen Plänen für unentgeltliche Verhütungsmittel hat US-Präsident Barack Obama eingelenkt. Bei einem kurzen Auftritt im Weißen Haus schlug Obama am Freitag einen Kompromiss zu der umstrittenen Klausel seiner Gesundheitsreform vor, wonach Arbeitgeber künftig ihren Mitarbeiterinnen verschreibungspflichtige Verhütungsmittel finanzieren müssen. Von Kirchen betriebene Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Schulen sollen von der Klausel ausgenommen werden, an ihrer Stelle sollen die Krankenversicherungen selbst einspringen.
Der Kompromiss stelle sicher, dass keine Frau vom freien Zugang zu Verhütungsmitteln ausgeschlossen werde, die religiösen Organisationen aber nicht „direkt" dafür zahlen müssten, sagte der Präsident. Die Religionsfreiheit bleibe garantiert.
Die katholische Kirche, die Verhütungsmittel strikt ablehnt, war gegen die Ende Januar vorgestellte Regelung Sturm gelaufen. Das Thema erreichte auch den Präsidentschaftswahlkampf. Der republikanische Parlamentspräsident John Boehner warf Obama einen „unzweideutigen Angriff auf die Religionsfreiheit“ vor. Präsidentschaftsbewerber Rick Santorum beschuldigte Obama, den Menschen in den USA seine „säkularen Werte“ aufzwingen zu wollen.
Die US-Bischofskonferenz nannte Obamas Vorschlag einen
richtigen „ersten Schritt“. Dagegen zeigten sich liberale Katholiken-Bewegungen
enttäuscht über den „Sieg der Bischöfe“. Sie erinnerten daran, dass „98 Prozent
der katholischen Frauen im gebärfähigen Alter Verhütungsmethoden anwenden, die
von den katholischen amerikanischen Bischöfen abgelehnt werden“.
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