Köln – Skandal mit gespendeten Leichen an der Universität Köln: Drei Körperspenden können nicht mehr eindeutig zugeordnet werden. Das sagte der Dekan der Medizinischen Fakultät, Thomas Krieg, am Donnerstag. Auch gibt es nach Angaben von Krieg einen „Bestattungsrückstau“. Dutzende Leichen wurden monatelang gelagert, ohne sie zu bestatten, nachdem Medizinstudenten an diesen das Präparieren geübt hatten. Derzeit müssten noch 27 Leichen bestattet werden, sagte der Dekan. Die Hochschule versprach eine zügige Aufklärung.
„Wir nehmen uns dieser Sache hundertprozentig an und werden alles tun, um einen würdevollen Umgang mit den Toten zu garantieren“, sagte Krieg. Das Durcheinander sei in den vergangenen zwei Jahren entstanden. Es sei durch einen Amtswechsel in der Anatomie im vergangenen Herbst ans Licht gekommen. Krieg schloss aus, dass die Identitäten der Leichen vertauscht wurden. „Wir gehen davon aus, dass die beerdigten Leichen die konkreten Papiere hatten“, sagte er.
In Köln werden jedes Jahr rund 100 Körperspenden aufgenommen. Die Körperspender stellen ihren Körper nach dem Tod Hochschulen zur Verfügung, damit Medizinstudenten ausgebildet werden können. Den Angaben nach werden die meisten der Spenden auf Wunsch der Verstorbenen anschließend anonym bestattet.
Die Universität hatte vorsorglich die Staatsanwaltschaft informiert. Eine Störung der Totenruhe und eine Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener seien nach Auffassung der Staatsanwaltschaft aber nicht gegeben, hieß es.
Parallel prüft die Universität disziplinarische Konsequenzen. Künftig sollten mehrere Personen den Umgang mit den Leichen kontrollieren, sagte Krieg. Die Universität solle nicht wegen eines pietätlosen Verhaltens in Verruf geraten. „Die Ordnung wird in den nächsten Wochen wieder grundsätzlich hergestellt“, sagte Krieg.
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