Greifswald – Die drei in Ostvorpommern vorhandenen Kinderklinikabteilungen sollten erhalten bleiben. Außerdem sollten sich die Strukturen zwischen den stationären und ambulanten pädiatrischen Bereichen stärker vernetzen.
Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald in einer Studie zu den Auswirkungen des demografischen Wandels auf die kinder- und jugendmedizinische Versorgung in Ostvorpommern. Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung haben Wissenschaftler des Instituts zwischen November 2010 und Juli 2011 die Patientenversorgung für Kinder und Jugendliche in der Region untersucht.
Hintergrund ist ein prognostizierter Rückgang der Anzahl der Kinder in der Region Ostvorpommern von rund 18.500 in 2006 auf 13.800 in 2020. Ein aktueller Anlass waren zudem Diskussionen über den Weiterbetrieb der Kinderabteilung im Krankenhaus Anklam. Schon 2005 hatte der damalige Klinikbetreiber die pädiatrische Abteilung schließen lassen wollen. Seitdem betreibt die Universitätsmedizin Greifswald die Anklamer Fachabteilung.
Die Studie zeigt, dass bereits heute die ambulante Versorgung in einigen ländlichen Regionen problematisch ist. Die Entfernung zur nächstgelegenen Kinderarztpraxis ist für viele Patienten groß. Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr erschweren die Erreichbarkeit zusätzlich.
„Bis 2020 wird die Mehrzahl der derzeit tätigen niedergelassenen Kinderärzte in der Region Ostvorpommern in den Ruhestand treten. Wenn für diese Praxen keine Nachfolger gefunden werden, wird es im Landkreis Vorpommern- Greifswald nur noch in einigen wenigen Orten Kinderarztpraxen geben“, sagte Wolfgang Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Community Medicine.
Bereits heute sei die Region Uecker-Randow kinderärztlich unterversorgt. Künftig müssten die Krankenhäuser mit einer Fachabteilung für Kinder- und Jugendmedizin und die niedergelassenen Hausärzte eine noch wichtigere Rolle bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung der Kinder- und Jugendlichen übernehmen.
„Ein zentrales Ergebnis unserer Analyse
ist, dass ein Erhalt aller pädiatrischen Krankenstationen in der Region
Vorpommern (Greifswald, Wolgast und Anklam) aus versorgungsepidemiologischer
Sicht notwendig ist“, betonte die Studienleiterin Neeltje van den
Berg.
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