Dresden – Trotz einem Plus bei den Arztzahlen gibt es in Sachsen weniger Ärzte mit einer eigenen Praxis. Das berichtet die Ärztekammer des Landes. Danach waren Ende letzten Jahres 15.569 Ärzte in Sachsen berufstätig (+ 412), davon 8.357 im stationären und 6.404 im ambulanten Bereich.
Im ambulanten Bereich setzt sich der Bedarf an Ärzten aber weiter fort: Waren es 2006 noch 5.794 Ärzte mit eigener Praxis, sank die Zahl 2011 um 250 auf 5.544 niedergelassene Ärzte. Dagegen stieg die Zahl der in Niederlassung angestellten Ärzte im Vergleich zu 2010 um 97 und im Vergleich zu 2006 um 510 auf 860 Ärzte an. „Dies zeigt, dass immer weniger Ärzte bereit sind, eine eigene Praxis zu übernehmen. Bedenklich ist dies vor allem für die ländlichen Bereiche“, sagte der Präsident der Kammer, Jan Schulze.
Die Anzahl ausländischer Ärzte ist im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 Prozent gestiegen. Die meisten Ärzte stammen aus der Tschechischen Republik (217), der Slowakei (187), aus Polen (183), Rumänien (122) und der Russischen Förderation (116). Von den ausländischen Medizinern arbeiten 1.302 Ärzte im stationären und 136 im ambulanten Bereich, davon 75 in einer Niederlassung und 61 Ärzte angestellt in einer Niederlassung. Der Anteil der ausländischen Ärzte beträgt in Bezug auf die 15.569 berufstätigen Mediziner in Sachsen 9,2 Prozent.
Die Kammer betonte, durch den demografischen Wandel und die
weitere Spezialisierung der modernen Medizin nehme in Sachsen der Bedarf an
medizinischen Leistungen und damit auch an Ärzten weiter zu. Außerdem arbeite
eine zunehmende Anzahl von Ärzten in Teilzeit. „Aus dem Anstieg der absoluten
Zahlen kann daher nicht geschlussfolgert werden, dass es keinen Ärztebedarf
mehr gibt“, sagte Schulze. hil
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