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Nationaler Krebsplan: Fortschritte in Sicht

Dienstag, 21. Februar 2012

Berlin – Die Umsetzung des Nationalen Krebsplans nimmt Fahrt auf. Nachdem es lange still um das im Juni 2008 initiierte Konzept war, sollen jetzt konkrete Maßnahmen ergriffen werden. „Die Schwerpunkte liegen dabei zunächst unter anderem auf der organisatorisch-inhaltlichen Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und dem flächendeckenden Ausbau klinischer Krebsregister“, erklärte Karin Knufmann-Happe vom Bundesgesundheitsministerium anlässlich des Auftaktes des Deutschen Krebskongresses 2012, der vom 22. bis zum 25. Februar in Berlin stattfindet.

Auch Werner Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, ist zufrieden mit der Entwicklung des Nationalen Krebsplans: „Der Plan wird von der Politik endlich adäquat zur Kenntnis genommen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch künftig Unterstützung erhalten.“ Besonders setzt sich Hohenberger für ein bundesweites Krebsregister ein. „Mit unserer gegenwärtigen Qualitätssicherung können wir zwar beurteilen, wie gut Leitlinien umgesetzt werden. Aber nur klinische Krebsregister machen erkennbar, wie sich diese Behandlung auf das Gesamtüberleben und die Lebensqualität unserer Patienten auswirkt“, betonte er. Bislang sei die flächendeckende Vernetzung dieser Register vor allem am Fehlen gesetzlicher Vorgaben gescheitert.
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Auch im Bereich der Krebsfrüherkennung soll es vorangehen. Vor allem die Früherkennung von Gebärmutterhals- und Darmkrebs soll mit dem Nationalen Krebsplan vorangetrieben werden. Dies soll unter anderem durch eine bessere Information der Versicherten und regelmäßige persönliche Einladungsschreiben erreicht werden. „Wir brauchen jedoch eine konsequente Nutzenbewertung von Früherkennungsverfahren“, sagte Peter Albers, Präsident des Deutschen Krebskongresses 2012.

Er verwies dabei auf das Prostatakarzinom, das oft erst im höheren Lebensalter auftritt und bisweilen so langsam wächst, dass eine Behandlung gar nicht unbedingt erforderlich ist. Hier seien risikoadaptierte Programme gefragt, um Menschen mit einem höheren Krebsrisiko aufzuspüren und sie gezielt zu überwachen. Das Bundesministerium für Gesundheit will außerdem prüfen, inwieweit Screeningprogramme zur Krebsfrüherkennung bundesweit einheitlich etabliert werden können.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr mit den zuständigen Spitzenorganisationen getroffen, um die gesundheitspolitische Umsetzung der bislang erarbeiteten Empfehlungen des Nationalen Krebsplans abzustimmen. © ER/aerzteblatt.de

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