Berlin – Die neueste Generation von leistungsstärkeren Kernspintomographen (MRT) verspricht eine bessere Darstellung der Läsionen bei der multiplen Sklerose. Zu den auffälligen und für die Prognose der Patienten wichtigen Befunden gehören möglicherweise „schwarze Löcher“, wie eine Studie in den Archives of Neurology (2012; doi: 10.1001/archneurol.2011.2450) zeigt.
Diagnose und Verlaufskontrolle der multiplen Sklerose erfolgen heute mit Kernspintomographen, die magnetische Feldstärken von 1,5 bis 3 Tesla erzeugen. Die neueste Generation erreicht 7 Tesla. Neurologen erhoffen sich vor allem bei der multiplen Sklerose eine verbesserte Darstellung der Läsionen, da deren Zahl und Ausdehnung (Lesion load) oft nicht zum klinischen Erkrankungsbild passt. Zu den ersten Kliniken, die über ein solches 7 Tesla-MRT verfügt, gehört die Berliner Charité, die jetzt erste Erfahrungen an 20 Patienten mit Schubförmig remittierender multipler Sklerose vorstellt.
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Die weißen Läsionen zeigen oft temporäre Störungen an, während es bei den „schwarzen Löchern“ vermutlich zum endgültigen Untergang des Hirngewebes gekommen ist. Histologische Untersuchungen zeigen, dass schwarze Löcher mit Flüssigkeit gefüllt sind. Eine Erholung ist hier nicht mehr zu erwarten.
Die ersten Erfahrungen zeigen, dass die „schwarzen Löcher“ wesentlich häufiger sind als bisher angenommen. Die Forscher fanden sie in den T1-gewichteten Aufnahmen bei allen weißen Läsionen im T2-gewichteten Bild. Einige Patienten konnten nach einem Jahr ein zweites Mal untersucht werden. Im Gegensatz zu den weißen Läsionen, die sich zurückbilden können, waren alle „schwarzen Löcher“ weiterhin vorhanden.
Dies spricht nach Ansicht der Autoren dafür, dass es sich
tatsächlich um permanente Schäden handelt. Ihre bessere Darstellung könnte in
Zukunft helfen, den klinischen Krankheitsverlauf besser mit den
kerbspintomographischen Befunden in Verbindung zu setzen. Ob dies stimmt,
können allerdings nur größere Langzeituntersuchungen zeigen. Geräte mit 7 Tesla
oder mehr gibt es derzeit erst an wenigen Forschungszentren in Deutschland. In
der klinischen Diagnostik werden sie nicht eingesetzt.
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