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Multiple Sklerose: Mehr schwarze Löcher im 7-Tesla-MRT

Dienstag, 21. Februar 2012

Berlin – Die neueste Generation von leistungsstärkeren Kernspintomographen (MRT) verspricht eine bessere Darstellung der Läsionen bei der multiplen Sklerose. Zu den auffälligen und für die Prognose der Patienten wichtigen Befunden gehören möglicherweise „schwarze Löcher“, wie eine Studie in den Archives of Neurology (2012; doi: 10.1001/archneurol.2011.2450) zeigt.

Diagnose und Verlaufskontrolle der multiplen Sklerose erfolgen heute mit Kernspintomographen, die magnetische Feldstärken von 1,5 bis 3 Tesla erzeugen. Die neueste Generation erreicht 7 Tesla. Neurologen erhoffen sich vor allem bei der multiplen Sklerose eine verbesserte Darstellung der Läsionen, da deren Zahl und Ausdehnung (Lesion load) oft nicht zum klinischen Erkrankungsbild passt. Zu den ersten Kliniken, die über ein solches 7 Tesla-MRT verfügt, gehört die Berliner Charité, die jetzt erste Erfahrungen an 20 Patienten mit Schubförmig remittierender multipler Sklerose vorstellt.

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Wie die Gruppe um Friedemann Paul vom Forschungszentrum NeuroCure der Charité mitteilt, bringen die neuen Geräte vor allem eine Verbesserung in der Darstellung der hypointensen Läsionen („schwarze Löcher“). Es handelt sich um ein Phänomen in der T1-gewichteten Darstellung. Die schwarzen Löcher fallen gegenüber den zumeist „weißen Flecken“ (hyperintense Läsionen) der T1- und der T2-Darstellung auf, die für die multiple Sklerose charakteristisch sind.

Die weißen Läsionen zeigen oft temporäre Störungen an, während es bei den „schwarzen Löchern“ vermutlich zum endgültigen Untergang des Hirngewebes gekommen ist. Histologische Untersuchungen zeigen, dass schwarze Löcher mit Flüssigkeit gefüllt sind. Eine Erholung ist hier nicht mehr zu erwarten.

Die ersten Erfahrungen zeigen, dass die „schwarzen Löcher“ wesentlich häufiger sind als bisher angenommen. Die Forscher fanden sie in den T1-gewichteten Aufnahmen bei allen weißen Läsionen im T2-gewichteten Bild. Einige Patienten konnten nach einem Jahr ein zweites Mal untersucht werden. Im Gegensatz zu den weißen Läsionen, die sich zurückbilden können, waren alle „schwarzen Löcher“ weiterhin vorhanden.

Dies spricht nach Ansicht der Autoren dafür, dass es sich tatsächlich um permanente Schäden handelt. Ihre bessere Darstellung könnte in Zukunft helfen, den klinischen Krankheitsverlauf besser mit den kerbspintomographischen Befunden in Verbindung zu setzen. Ob dies stimmt, können allerdings nur größere Langzeituntersuchungen zeigen. Geräte mit 7 Tesla oder mehr gibt es derzeit erst an wenigen Forschungszentren in Deutschland. In der klinischen Diagnostik werden sie nicht eingesetzt. © rme/aerzteblatt.de

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