Dresden – Eine „Spezialambulanz für Kinder und Jugendliche mit Traumafolgestörungen“ hat die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden eingerichtet.
Etwa jeder 100. Deutsche erlebt als Kind oder Jugendlicher ein traumatisches Ereignis. Von den Betroffenen entwickeln etwa zwei Prozent eine behandlungsbedürftige posttraumatische Belastungsstörung. „Gerade bei Kindern fallen die Reaktionen auf Traumata sehr unterschiedlich aus. Das können Trennungsängste, Aggressivität, Alpträume oder selbstverletztende Verhaltensweisen sein, die auch viele Wochen oder Monate nach einem traumatischen Erlebnis noch auftreten können.
Oft wird der Zusammenhang mit einem traumatisierenden Ereignis deshalb nicht gleich erkannt“, sagte Veit Rößner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Jugendlichen dagegen sei der Zusammenhang zwischen ihren Problemen und den Erlebnissen häufiger bewusst, so dass sie teilweise eigenständig therapeutische Hilfe suchten.
Auslöser für die Belastungsstörungen seien vor allem sexuelle und andere körperliche Gewalt, aber auch schwere Unfälle, eigene lebensbedrohliche Erkrankungen wie Krebs oder der Verlust von Angehörigen.
„Ziel der Traumatherapie ist es, dass Patienten ihren
Erinnerungen nicht mehr so stark ausgeliefert sind“, sagte Claudia Schneider.
Die Psychologin und Psychotherapeutin wird die neue Spezialambulanz leiten. Sie
arbeitet seit neun Jahren mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen, unter
anderem in Afghanistan, Brasilien und Sri Lanka.
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