Kombinationsvakzine erleichtern die Impfungen, sind jedoch prinzipiell eine Herausforderung für das Immunsystem, dem gleichzeitig Antigene gegen verschiedene Krankheitserreger angeboten werden. Zwei frühere Untersuchungen hatten darauf hingedeutet, dass das Risiko von Fieberkrämpfen nach der Fünffach-Impfung mit DTaP-IPV-Hib erhöht sein könnte. Die Ergebnisse waren jedoch statistisch nicht signifikant, ein Zufall mithin nicht auszuschließen.
Die Untersuchung von Yuelian Sun von der Universität Aarhus liefert jetzt eine definitive Antwort. Der Forscher konnte die Impftermine von 378.834 dänischen Kindern mit Hospitalisierungen aufgrund von Fieberkrämpfen verknüpfen.
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Die hohen Hazard Ratios sollten Ärzte und Eltern allerdings nicht allzu sehr beunruhigen. Zum einen sind Fieberkrämpfe harmlos und in aller Regel kein Vorbote einer Epilepsie. Eine weitere Auswertung von Sun ergab, dass geimpfte Kinder nicht häufiger als andere an einer Epilepsie erkranken.
Zum anderen ist das individuelle Risiko eines Kindes, nach der Impfung einen Fieberkrampf zu erleiden, minimal: In ganz Dänemark kam es zwischen 2003 bis 2008 nur zu 9 Hospitalisierungen wegen eines Fieberkrampfes am Tag der ersten Impfung (Inzidenzrate 5,5 pro 100.000). Am ersten Tag nach der 2. Impfung waren es 12 Kinder (Inzidenzrate 5,7 pro 100.000) und am ersten Tag nach der dritten Impfung waren es 27 Kinder (Inzidenzrate 13,1 pro 100.000).
Von diesen Zahlen muss noch die Hintergrundrate der
Fieberkrämpfe subtrahiert werden. Sie erreicht im Alter von 14 bis 16 Monaten
ihren Gipfel. In diese Zeit fällt die dritte Impfung (13 Monate). Das erklärt,
warum die Hazard Ratio bei der dritten Impfung nicht erhöht war, obwohl es zu
diesem Termin die meisten Hospitalisierungen gab.
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