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| Streptococcus tigurinus |
Das Team um Andrea Zbinden von der Universität Zürich hat den Erreger Streptococcus tigurinus getauft (nach einer früheren lateinischen Bezeichnung der Stadt). Er wurde zuerst bei einem 74 Jahre alten Patienten mit Endokarditis entdeckt. Dass der Keim für die Krankheit verantwortlich ist, steht außer Zweifel. Alle sechs Blutkulturen waren positiv und auf der Aortenklappe wurde genetisches Material gefunden. Später wurde der Erreger auch bei Patienten mit den beiden anderen Krankheiten nachgewiesen.
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Die Mikrobiologin vermutet, dass S. Tigurinus in der
Mundschleimhaut beheimatet ist. Was niemanden beunruhigen sollte. Auch andere
Endokarditis-Erreger sind Bestandteil der normalen Mundflora. Zur Gefahr werden
sie nur, wenn sie, etwa bei zahnärztlichen Eingriffen (oder über eine
Parodontose, vielleicht sogar durch zu scharfes Zähneputzen) ins Blut gelangen,
dort nicht rechtzeitig vom Immunsystem abgefangen werden und sich auf
strukturell vorgeschädigten Herzklappen einnisten können - was bei gesunden
Menschen immer seltener der Fall ist. Die Inzidenz der infektiösen Endokarditis
ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen.
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