Ärzte ohne Grenzen prangert Patentpolitik von Novartis an
Freitag, 24. Februar 2012
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| Schon 2007 gab es Proteste in Neu Dehli /dpa |
Basel/Berlin – Anlässlich der gestrigen Hauptversammlung
des Pharmaunternehmens
Novartis in Basel hat die Hilfsorganisation
Ärzte ohne
Grenzen gemeinsam mit anderen Organisationen gegen die Patentpolitik des Unternehmens
protestiert. Diese gefährde in ärmeren Ländern den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten,
warnten die Organisationen. Zehntausende schlossen sich via Internet dem
Protest an.
Seit 2006 hat Novartis mehrere Klagen gegen Bestimmungen
im indischen Patentrecht angestrengt, um die Produktion von Generika zu
unterbinden. Anlass des aktuellen Verfahrens ist das Krebsmedikament Imatinib
Mesylate, dessen Patentierung von den indischen Patentämtern abgelehnt worden
ist.
Ärzte ohne Grenzen forderte Novartis auf, den Rechtsstreit in Indien
einzustellen: „Wir sind für unsere medizinische Hilfe in mehr als 60 Ländern
auf diese Medikamente angewiesen", unterstrich Unni Karunakara, internationaler Präsident der
Hilfsorganisation. So seien beispielsweise
80 Prozent der HIV-Medikamente, die Ärzte ohne Grenzen zur Behandlung von
170.000 Patienten verwende, generische Medikamente aus indischer Produktion.
Die Anhörung im Prozess von Novartis gegen den indischen
Staat vor dem Obersten Gerichtshof Indiens ist für März angesetzt. Ein Urteil
im Sinne von Novartis würde dazu führen, dass die indischen Patentämter schon
für bloße Modifikationen existierender Medikamente Patente erteilen, die
andernfalls in Indien nicht unter Patentschutz stünden. In diesen Fällen
könnten in Indien künftig keine günstigen Nachahmpräparate etwa für die
Behandlung von HIV oder Tuberkulose produziert werden.
© hil/aerzteblatt.de
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