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Kinder als Karrierehemmnis

Dienstag, 28. Februar 2012

Berlin – Eine Mehrheit der Medizinstudierenden in Deutschland hält die Arbeitsplatzgestaltung in Kliniken und Praxen weiterhin für nicht familienfreundlich. Das ergab eine Umfrage der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd).

Die bvmd-Arbeitsgruppe „freundilie“ befragte 2.038 Studierende und junge Ärzte an 35 Fakultäten zwischen Juli 2010 und Oktober 2011 zum Thema Familienfreundlichkeit des Berufes. „Das Thema der Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf spielt bereits während des Studiums eine große Rolle. Die Umfrage macht deutlich, dass sich fast alle Befragten persönlich mit dem Thema auseinandersetzen, da sie mit der aktuellen Situation äußerst unzufrieden sind“, betonte die Arbeitsgruppe, die sich für die Vereinbarkeit von Beruf, Freizeit und Familie einsetzt.

Auf die Frage „Sind Kinder ein Karrierehemmnis?“ antworteten 68,8 Prozent der Studierenden und 82,4 Prozent der Ärzte mit „Ja“. In der Bewertung der Schwere des Konfliktes zwischen beruflicher Tätigkeit und Familienleben oder Freizeitgestaltung zeigt sich ein Unterschied zwischen Studierenden und bereits Berufstätigen. Während nur 58,8 Prozent der Studierenden den Konflikt als „stark“ oder „sehr stark“ wahrnehmen, sind es bei den Ärzten, die die Realität in Klinik und Praxis erleben, 73,7 Prozent.

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Obwohl eine deutliche Mehrheit der Befragten davon überzeugt ist, dass familienfördernde Maßnahmen keine negativen betriebswirtschaftlichen Folgen mit sich brächten, würden nur 40 Prozent Forderungen hinsichtlich der Thematik in einem Vorstellungsgespräch anbringen. Nahezu alle Befragten waren sich sicher, dass dies eine Verschlechterung der Bewerbungschancen zur Folge hätte.

Über zwei Drittel der Studierenden gaben an, dass sie sich vorstellen könnten, bereits während des Studiums ein Kind zu bekommen. Jedoch hielten nur 18,4 Prozent ihre Universität für „stark“ oder „sehr stark“ familienfreundlich.

© hil/aerzteblatt.de

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Hypophysendoc
am Montag, 23. April 2012, 23:53

...

es erhebt doch hier niemand den Anspruch das alles genauso weiterzugehen hat wie vor der Geburt des Kindes, aber Verbesserung auf Seiten des Arbeitgebers in Bezug auf flexiblere Arbeitszeitmodelle, Betriebskindergärten etc. ist doch kein schlechter Weg. Natürlich haben Kinder und insbesondere Neugeborene nichts im OP oder auf der Radiologie zu suchen und diese Beispiele zu nennen, um das Thema ins lächerliche zu ziehen, hätte man sich sparen können.
Warum sollten Betriebe und Kliniken weiterhin in starren Gefilden fahren, so wie es momentan an deutschen Kliniken aussieht, kann es in Zukunft einfach nicht weitergehen. Die Medizin verändert sich, dass zeigt sich allein darin, dass der Frauenanteil permantent zunimmt, und diese, wie sie ja wissen, auch nur die Kinder bekommen und stillen können, also warum sollten sich dann nicht auch die Arbeitsstrukturen in Kliniken verändern?
Andere Berufsgruppen haben es schließlich auch geschafft und das ist kein Ding der Unmöglichkeit, sondern meiner Meinung nach eher ein Unwille gegenüber Veränderungen bestimmter Personen. Dagegen zu fahren verzögert diesen Prozess zum Leid der werdenden Eltern leider nur...
Aetzend
am Mittwoch, 29. Februar 2012, 13:07

Lass es regnen . . .

. . . aber mach mich bloss nicht nass dabei: Nicht nur in der Medizin erheben die Leute den Anspruch, nach der Geburt eigenen Nachwuchses habe Alles incl. Job und Karriere so weiterzugehen wie bisher, gerade als ob dieses Ereignis irgendwie gar nicht geschehen sei. Die Herrschaften wissen doch wohl vorher, worauf sie sich einlassen (wenn sich Jemand nicht beizeiten informieren möchte, kann man auch nicht helfen), trotzdem wird anschliessend herumgemosert. Also, Frage: Wieso gibts eigentlich immer noch im OP keine Kinderspielecke? Oder z.B. auch im Röntgen?

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