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Antidepressiva bei Parkinson wirksam und sicher

Donnerstag, 12. April 2012

Rochester – Depressionen können bei Patienten mit Morbus Parkinson effektiv mit neueren Antidepressiva behandelt werden, ohne dass sich die motorischen Symptome verschlechtern. Dies geht aus einer randomisierten klinischen Studie in Neurology (2012; doi: 10.1212/WNL.0b013e3182516244) hervor.

Etwa ein Drittel aller Patienten mit Morbus Parkinson leidet unter Depressionen, die die Morbidität der Erkrankung beträchtlich erhöhen können. Ältere trizyklische Antidepressiva sind zwar bei Parkinson-Patienten wirksam, sie werden aber wegen der zahlreichen Nebenwirkungen ungern eingesetzt. Für die neueren Medikamente fehlte bisher der Nachweis einer Wirksamkeit und vor allem der Unbedenklichkeit bei Patienten mit ausgeprägten motorischen Symptomen. Die vom US-National Institute of Neurological Disorders and Stroke gesponserte Studie betrat hier Neuland.

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An 20 nordamerikanischen Zentren wurden 115 Patienten in verschiedenen Stadien der Parkinson-Erkrankung, die die Kriterien einer Major-Depression nach DSM-IV erfüllten, auf drei Therapiearme randomisiert.

Ein Drittel der Patienten wurde mit Paroxetin, einem Antidepressivum aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) behandelt. In der zweiten Gruppe erhielten die Patienten Venlafaxin (in einer Formulierung mit verzögerter Freisetzung), das zur Gruppe der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) gehört. Im dritten Studienarm wurden die Patienten mit Placebo behandelt. Primärer Endpunkt der Studie waren die Veränderungen in der Hamilton Rating Scale for Depression (HAM-D).

Wie die Gruppe um Irene Richard vom University of Rochester Medical Center im US-Staat New York berichtet, verbesserte sich der HAM-D unter der Behandlung mit Paroxetin nach 12 Wochen um 13 Punkte (59 Prozent), unter Venlafaxin kam es zu einer in etwa gleich guten Linderung der Symptome um 11 Punkte (52 Prozent). Beide Arme waren der Gabe eines Placebos überlegen, das die HAM-D-Einschätzung um 6,8 Punkte (32 Prozent) verbesserte. In drei weiteren Depressions-Skalen wurden ähnliche Ergebnisse erzielt, so dass Richard von der Wirkung überzeugt ist.

Für einen Therapieversuch spreche auch, dass es unter SSRI oder SNRI nicht zu einer Verschlechterung der motorischen Symptome (gegenüber Placebo) kam. Die bei Parkinson-Patienten häufigen Depression werden laut Richard häufig nicht erkannt, da die Veränderungen der Stimme, die Schlafstörungen und die Verlangsamung häufig als unveränderlicher Ausdruck der Grunderkrankung angesehen würden. © rme/aerzteblatt.de

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