Düsseldorf – Angesichts bevorstehender Kürzungen in der stationären Versorgung befürchtet die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein, dass sich die Patientenversorgung von den Kliniken zunehmend auf die niedergelassene Ärzteschaft verlagern könnte. Dabei sei auch diese bereits maximal ausgelastet. Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen sieht aktuell landesweit rund 6.000 Arbeitsplätze gefährdet.
„Die entscheidende Frage lautet: Haben die Ärzte überhaupt noch Kapazitäten? Angesichts des spürbaren Ärztemangels und der anhaltenden Diskussion um Wartezeiten bei einzelnen Facharztgruppen habe ich meine Zweifel“, unterstrich KV-Chef Peter Potthoff. Für ihn ist in Sachen Belastung der niedergelassenen Vertragsärzte das Ende der Fahnenstange erreicht.
Zudem stünden schon heute zu wenig Mittel für die ambulante ärztliche Versorgung in Nordrhein zur Verfügung. „Die strukturelle Benachteiligung gegenüber anderen Bundesländern bei der Finanzierung der ambulanten ärztlichen Versorgung muss gestoppt werden – sonst werden wir auf Dauer nicht das gleiche Versorgungsniveau wie in anderen Regionen bereitstellen können“, warnte Potthoff.
Angesichts fehlender Mittel sowohl bei der Krankenhausfinanzierung als auch bei der ambulanten ärztlichen Versorgung sei jetzt eingetreten, wovor die KV Nordrhein seit langem warnt: „Nordrhein-Westfalen wird zum Sorgenkind in Sachen Versorgung – die gesamte Patientenversorgung ist unterfinanziert.“
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