Berlin – Unter dem Motto „Lass dich nicht einwickeln“ machen die Deutsche Krebshilfe und das Aktionsbündnis Nichtrauchen anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai heute in Berlin darauf aufmerksam, dass vom Rauchen letztlich nur die Tabakindustrie profitiert.
„Wir wollen diesmal vor allem junge Menschen dafür sensibilisieren, dass Rauchen kein Symbol für Freiheit und Genuss ist, wie die Werbung vermittelt, sondern abhängig und krank macht“, sagte Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Krebshilfe. Ein Drittel aller Krebsneuerkrankungen, also 160 000 von 490 000 Neuerkrankungen pro Jahr (Zahlen: Robert-Koch-Institut), sei vermeidbar, wenn nicht geraucht würde.
Besonderen Handlungsbedarf sehen das Aktionsbündnis – dem unter anderem auch die Bundesärztekammer angehört – und die Krebshilfe bei Filmen und Fernsehsendungen auf Szenen zu verzichten, in denen geraucht wird. „In deutschen Filmen wird mehr als doppelt so häufig geraucht, wie in Filmen aus anderen Ländern“, fand Rainer Hanewinkel vom Institut für Therapie und Gesundheitsforschung in Kiel in einer neuen Studie heraus. Die wenigsten Rauchszenen zeigten die großen Hollywood-Produktionen, weil die USA einen wesentlich stärkeren Verbraucherschutz habe. Die Studie ermittelte einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem eigenen Tabakkonsum und der Zahl der gesehenen Tabakszenen.
Das Aktionsbündnis und die Krebshilfe kritisieren weiterhin die lückenhaften und unterschiedlichen Nichtraucherschutzgesetze der Bundesländer. Sie fordern flächendeckend einheitliche Ländergesetze nach dem Beispiel von Bayern oder dem Saarland.
„Die Befürchtung, dass ein konsequentes Rauchverbot zu einem Kneipensterben führt, ist nachweislich unbegründet“, erklärte Nettekoven. Dies habe eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrum für die bayrische Gastronomie ergeben. Dort gilt seit dem Volksentscheid im Juli 2010 ein Rauchverbot ohne Ausnahmen für öffentliche Räume, Gastronomie und Bierzelte.
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