5.502 News Vermischtes

Vermischtes

DIMDI sieht Mängel in der Burnout-Versorgung

Freitag, 29. Juni 2012

Köln – Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die Behandlungsqualität von Burnout-Patienten in Frage gestellt. Laut einem neuen HTA-Bericht sieht das Institut lediglich die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) nachgewiesen. Der Nutzen anderer Therapien wie Musiktherapie, Physiotherapie oder Stressmanagement sei dagegen nicht eindeutig belegbar. Zudem fehle eine klare Definition des Krankheitsbildes. Insgesamt sieht das DIMDI einen hohen Bedarf ausreichend großer und langfristig angelegter experimenteller Studien, die die einzelnen Therapien in ihrer Wirkung vergleichen und beurteilen.

Derzeit wird Burnout häufig mit kognitiven Therapieverfahren behandelt, die Gedanken, Einstellungen und Überzeugungen der Patienten in den Vordergrund stellen. So erweist sich laut HTA-Bericht etwa die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) gleich in mehreren Studien als wirksam. Sie reduziere den Grad der emotionalen Erschöpfung, das Leitsymptom des Burnout-Syndroms.

Anzeige

Den Einsatz von Antidepressiva und Beruhigungsmitteln bewerten die Wissenschaftler dagegen überwiegend kritisch. Lediglich wenn Burnout im Zusammenhang mit einer  Depression oder Angststörung auftrete, könne eine medikamentöse Behandlung des Burnouts mit Antidepressiva angebracht sein.

Während die pflanzliche Substanz Rosenwurz sich laut HTA-Bericht bei der Burnout-Behandlung günstig auf Aufmerksamkeit, Lebensqualität sowie auf Erschöpfungs- und Depressionssymptome auswirke, sei die Studienlage zu weiteren alternativen Behandlungen unklar: Kunsttherapie beschränke sich auf den musiktherapeutischen Ansatz, andere Kunstformen seien kaum bedeutsam.

Aufgrund unterschiedlicher Studienergebnisse können die Autoren jedoch die Wirkung nicht abschließend beurteilen. Zur Qigong-Therapie konnte ebenfalls keine der eingeschlossenen Studien eine Wirkung eindeutig nachweisen, für die progressive Muskelentspannung fehlen Studien zum Wirksamkeitsnachweis völlig.

Erfolge bei der Burnout-Reduktion bescheinigt der Bericht dagegen Veränderungen am Arbeitsplatz wie verminderte Arbeitsbelastung, vergrößerte Entscheidungsspielräume oder verbessertes Arbeitsklima. Kombiniert mit KVT führe dies nachweislich zu einer schnelleren Rückkehr in den Beruf. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
5.502 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

14.05.13
KHK-Risiko: Gesunde Lebensweise kann Jobstress auffangen
London – Ein erhöhter psychologischer Stress am Arbeitsplatz erhöht das Risiko auf eine koronare Herzkrankheit (KHK). Das Risiko steigt nach einer Meta-Analyse im Canadian Medical Association Journal...
14.05.13
Psychische Belastungen am Arbeitsplatz: Experten sehen dringenden Handlungsbedarf
Berlin – Belastungen am Arbeitsplatz führen immer öfter zu psychischen Erkrankungen bei Arbeitnehmern. Somit seien sie zu einem Problem geworden, auf das auch der Gesetzgeber Antworten finden sollte,...
08.04.13
Hannover – Bei der Versorgung von Depressions- und Burn-Out-Patienten sollen niedergelassene Hausärzte, niedergelassene Fachärzte und Psychotherapeuten enger zusammenarbeiten. Das sieht ein Vertrag...
28.02.13
„Ein riesiges Potenzial für die Prävention“
Berlin/Düsseldorf – Ärzte gehen als Coach in die Unternehmen und verändern zusammen mit Führungskräften und Mitarbeitern Strukturen, die Stress und Unzufriedenheit auslösen. Das berichtet der...
26.02.13
Depression verursacht achtmal mehr Fehltage als Burnout
Berlin – Die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen erreichten 2012 bei DAK-Versicherten einen neuen Höhepunkt. Nach dem neuen Gesundheitsreport 2013 der Krankenkasse, der heute in...
29.01.13
Stress am Arbeitsplatz weit verbreitet – aber keine Zunahme
Berlin – Stress am Arbeitsplatz ist in Deutschland nach wie vor weit verbreitet. Das berichtet die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin heute im sogenannten Stressreport 2012. Danach...
11.12.12
Berlin – Neue Zahlen zu den Krankmeldungen in Deutschland hat heute der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) vorgelegt. Laut der Interpretation des Kassenverbandes haben...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Narkoleptiker
am Freitag, 6. Juli 2012, 23:08

es würde mich absolut nicht wundern

wenn diese ganze Burnout-Diskussion dazu führen würde, dass die Stigmatisierung der psychisch Kranken wieder ansteigt.

Bevor man die Behandlungsqualität kritisiert, sollte erstmal das Krankheitsbild definiert werden. Letztlich ist Burnout doch ein Sammelbegriff, unter dem sich alles mögliche verbergen kann.

Einmal ganz davon abgesehen: Wenn die Zahl der Erkrankten so hoch ist, dann sollte man sich vielleicht verstärkt mal den Ursachen widmen und diese bekämpfen! Was im übrigen auch für die psychischen Erkrankungen gilt, die auf berufliche Ursachen zurückgehen.

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren


Eingeloggt als

Suchen in

  • Archiv
  • News
  • Foren
  • Blogs