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Transplantations­skandal: Sinkende Spendenbereitschaft befürchtet

Montag, 6. August 2012

Essen –­ Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), befürch­tet, dass der Organspendeskandal das Vertrauen der Bürger in die Transplanta­tionsmedizin massiv schädigt. „Was hier gemacht wurde, wird in Zukunft viele Menschen leider das Leben kosten“, sagte Zöller der Neuen Ruhr Zeitung / Neuen Rhein Zeitung heute in Essen mit Blick auf eine nachlassende Organspendebereitschaft in der Bevölkerung.

Gerade jetzt, da man mit dem Transplantationsgesetz Vertrauen wecken wolle, komme diese Meldung. „Schlimmer hätte es nicht kommen können“, sagte Zöller. „Es wird garantiert Monate, wenn nicht Jahre dauern, um das Vertrauen in die Organspende wiederherzustellen.“

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Zöller forderte eine „hohe Strafe“ für den verantwortlichen Arzt, wenn dessen Schuld, Patientenakten manipuliert zu haben, erwiesen sei. „So ein Mensch hat im Gesundheitswesen nichts mehr verloren. Einen Entzug der Approbation würde ich begrüßen.“ Zugleich lehnte der CSU-Politiker eine staatliche Überwachung der Organspende ab. Stattdessen brauche man nun vor allem Transparenz.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) fordert als Konsequenz aus dem Organspendeskandal eine Verbesserung der Kontroll- und Sanktionsmechanismen. Die Prüfungs- und Überwachungskommissionen der Ärztekammern müssten unangekündigt Stichproben-Kontrollen in den Krankenhäusern vornehmen, sagte der FDP-Politiker den Dortmunder Ruhr Nachrichten vom Montag. Das sei auf Grundlage des neuen Transplantationsgesetzes möglich, das seit Mittwoch in Kraft ist.

Zugleich betonte Bahr, weiter das Gespräch über die Parteigrenzen hinweg zu suchen. „Beim neuen Transplantationsgesetz haben wir alle Parteien beteiligt. Diese Vorgehens­weise hat sich bewährt“, sagte der Bundesgesundheitsminister. Manipulationen an Krankenakten müssten künftig besser verhindert werden.

Am Freitag hatte Bahr bereits ein Spitzengespräch mit Ärzten und Vertretern von Krankenkassen und Krankenhäusern über Konsequenzen aus dem Organspende­skandal angekündigt. Es soll am 27. August stattfinden.

Die Staatsanwaltschaft stellt sich im Falle des Skandals am Uniklinikum Regensburg auf langwierige Ermittlungen ein. Die Strafverfolgungsbehörde habe mittlerweile mit der Sichtung von Patientenunterlagen begonnen, sagte heute ein Sprecher der Staats­anwaltschaft. Alleine die Vorprüfung werde mindestens zwei Wochen Zeit benötigen. Erst dann könne eine Aussage getroffen werden, in welche Richtung sich die Ermittlungen bewegen werden, sagte der Sprecher weiter. © dapd/kna/aerzteblatt.de

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Bretscher
am Montag, 6. August 2012, 23:13

Verlogene Argumente der Politik

Das Transplantationsgesetz ist mit dem aktuellen Inhalt völlig ungeeignet, eine höhere Akzeptanz von Organspenden zu bewirken - das Gegenteil ist eher richtig. Die Politik drückt sich geschickt um die Kerninhalte: z.B. Diskussion und politischer Abschluss, Organtransplantationen beim Erwachsenen nur an potentielle Spender Organspender zu gewähren, Organspendern z.B. die Beerdigungskosten zu erstatten, Lebendorganspendewrn im Falle einer daraus folgenden Erwerbsunfähigkeit den Ausfall zur Höhe der normalen Rente zu versichern, eine gesetzliche Regelung der Bezahlung von Transplantationsärzten auf den Weg zu bringen, Organe nur an Patienten im "Verbund wie EUROTRANPLANT" zu vergeben. So inkompetent und ignorant ein Gesetz zu diskutieren und zu verabschieden, wie kürzlich geschehen, ist doch bezeichnend für geringen Sachverstand in der Politik. DIe Organtransplantantionsindustrie braucht keine Spender, sie braucht gesellschaftlichen und gesetzlich kompetenten Untergrund. Meine Meinung: nicht nur in Göttingen oder Regensburg sind Organe bzw. Pat. verschaukelt worden - gesetzliche Inkompetenz lässt einen größeren Spielraum für solche Manipulationen.

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