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Protonenthera­pieanlage in Dresden: Zyklotron ist installiert

Freitag, 8. Februar 2013

Dresden – Die neue Protonentherapieanlage auf dem Dresdner Medizin-Campus nimmt Gestalt an: Mit dem Protonenbeschleuniger (Zyklotron) und der drehbaren, Bestrah­lungseinrichtung sind die Herzstücke der Anlage installiert. In diesem Herbst sollen die ersten Ärzte und Wissenschaftler ihre Arbeit aufnehmen. Die Träger der „OncoRay“ genannten Einrichtung sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, die gleich­namige Medizinische Fakultät der Technischen Universität sowie das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).

Allein die sogenannte Gantry, eine zusammengebaut 13 mal elf Meter messende, 370 Grad drehbare Stahlkonstruktion, wiegt 110 Tonnen. Über diesen Stahlkoloss legt der gebündelte Protonenstrahl die letzten Meter zum Patienten zurück. Doppelt so schwer ist der am 6. Februar auf sein Fundament gesetzte Protonenbeschleuniger.

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Durch Ihn werden die Partikel auf etwa zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, also auf ungefähr 180.000 Kilometer in der Sekunde. Damit der Protonenstrahl auf dem über 50 Meter langen Weg vom Zyklotron über die sogenannte Beamline und die Gantry in höchster Präzision zum Patienten gelangt, wird er von über 50 mehrere Tonnen schwere Quadrupol- und Dipolmagneten geleitet. Die auf ein Tausendstel Millimeter genau justierten Magneten stellen die korrekte Form und Richtung des Strahls sicher.

Neben der hunderte Tonnen schweren, auf elektromagnetischen Feldern beruhenden Protonen-Beschleunigungsanlage, werden Wissenschaftler im selben Gebäudekomplex eine neue Technologie erproben, durch die der technische Aufwand für die Protonen­therapie deutlich sinken soll: Sie nutzen hochenergetische Laserstrahlen, um die Partikel auf die notwendige Geschwindigkeit zu bringen. Ziel ist es, künftig die Kosten für Bau und Unterhalt dieser Therapieanlagen drastisch zu reduzieren. Das Dresdner Zentrum möchte sich so als Referenz- und Kristallisationspunkt weiterer Forschungen auf diesem Gebiet etablieren.

Bislang setzen Ärzte in der Strahlentherapie vor allem ultraharte Röntgenstrahlen von Linearbeschleunigern ein: Die dafür verwendeten Photonen entfalten ihre therapeu­tische Wirkung jedoch nicht nur im Tumor selbst, sondern bereits auf ihrem Weg durch den Körper zur Krebsgeschwulst und dahinter. Protonen dagegen können so einsetzt werden, dass sie auf dem Weg zum Tumor und hinter demselben nur wenig Energie abgeben. © hil/aerzteblatt.de

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