Bonn – Der monoklonale Antikörper Rituximab, der zunächst zur Behandlung von Lymphomen eingeführt wurde, seit einigen Jahren aber zunehmend bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird, kann in seltenen Fällen schwere schwere Hautreaktionen auslösen, wie der Hersteller in einem Rote-Hand-Brief mitteilt.
Der chimäre Antikörper Rituximab schaltet B-Zellen aus, die das Antigen CD20 exprimieren. Als MabThera ist er seit 1998 zur Behandlung bestimmter Non-Hodgkin-Lymphome zugelassen, die sich von B-Zellen ableiten. 2006 wurde die Indikation auf die Behandlung der rheumatoiden Arthritis (in Kombination mit Methotrexat) ausgeweitet, da B-Zellen zu den Akteuren der Autoimmunreaktion gehören. Rituximab wirkt auch bei einer Reihe anderer Autoimmunerkrankungen und wird dort „off-label“ eingesetzt.
Bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen ist es jetzt in Einzelfällen zu schweren Hautreaktionen wie der toxischen epidermalen Nekrolyse (TEN) und dem Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) gekommen. Ein Fall verlief nach Mitteilung des Herstellers tödlich. Die TEN und SJS wurden bei Patienten mit Autoimmunerkrankung sowohl bei Erstanwendung als auch bei späteren Infusionen berichtet. Einige Reaktionen traten am Tag der Anwendung oder innerhalb weniger Tage danach auf. In anderen Fällen vergingen bis zu 4 Monate nach der Anwendung.
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Die Fachinformation wird nach Auskunft des Herstellers derzeit aktualisiert. Sie enthält bereits den Hinweis, dass in der Behandlung maligner hämatologischer Erkrankungen schwere Hautreaktionen einschließlich TEN möglich sind. Die Fachinformation gibt die Häufigkeit in dieser Indikation mit „sehr selten“ an.
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