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Wer künftig Herzin­suffizienz-Patienten betreut

Dienstag, 30. April 2013

Berlin –Der Deutsche Hausärzteverband und der Bundesverband niedergelassener Kardiologen haben konträre Ansichten darüber, wie Herzinsuffizienz-Patienten künftig versorgt werden sollten. Das wurde auf einer Veranstaltung des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz Ende April in Berlin deutlich.

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Betreuungsmodell HeartNetCare-HF™
Auf der Veranstaltung stellte zunächst der wissenschaftliche Geschäftsführer des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz, Stefan Störk, das am Uniklinikum Würzburg entwickelte Betreuungsmodell HeartNetCare-HF™ vor. Dabei betreut eine sogenannte Herzinsuffizienz-Schwester die Patienten telefonisch, sobald diese aus dem Krankenhaus entlassen sind. Zu den Aufgaben der speziell geschulten Schwester gehört es, die Patienten zur Selbstüberwachung anzuleiten, im Krankheitsverständnis zu schulen und so den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Die Herzinsuffizienz-Schwestern fungieren dabei als verlängerter Arm der Ärzte und sollen die Mediziner entlasten. In einer klinischen Studie mit mehr als 1.000 Patienten wurde wissenschaftlich belegt, dass durch diese Art der Betreuung in sechs Monaten rund 40 Prozent weniger Patienten starben als im Vergleich zu Patienten mit einer konventionellen Behandlung. Die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Patienten stieg, die Anzahl verbrachter Tage im Behandlungszeitraum im Krankenhaus nahm ab.

Laut Störk bietet dieses neue Modell angesichts des drohenden Ärztemangels vor allem in ländlichen Regionen die Chance, Ärzte durch Delegation von Aufgaben zu entlasten.

Wer die Patienten versorgt
Im Anschluss entspann sich eine intensive Diskussion zwischen Ulrich Weigeldt als Vertreter der Hausärzte und Benny Levenson, der für den Bundesverband niedergelassener Kardiologen sprach. Weigeldt betonte die Schlüsselrolle des Hausarztes, der als zentraler Akteur die Behandlung der Patienten steuere. „Einen Extrasektor für akademisierte Pflegekräfte in Konkurrenz zum Hausarzt darf es nicht geben“, so Weigeldt.

Levenson sieht dagegen den Kardiologen als „fachärztlichen Basisversorger“ bei der Behandlung von Herzinsuffizienz-Patienten. Aufgrund seiner Qualifizierung könne der Kardiologe diese Patienten fachlich besser betreuen als der generalistisch ausgebildete Hausarzt.

Einigkeit bestand aber darin, dass der Hausarzt für die Primärversorgung der Patienten zuständig ist, insbesondere bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz, aber der Kardiologe für Behandlung und Medikation der zentrale Ansprechpartner sei. © hil/aerzteblatt.de

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