Schwerin – Junge Menschen aus EU-Krisenländern sollen den drohenden Pflegenotstand in Deutschland mildern. So würden in Schwerin demnächst 20 junge Spanier über ein Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums in Pflegeberufen ausgebildet, sagte der Landesgeschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt, Bernd Tünker, am Dienstag in Schwerin. Allerdings werde dies das Nachwuchsproblem vor allem in der Altenpflege nicht lösen, betonte der AWO-Landesvorsitzende Rudolf Borchert.
Er forderte eine bessere Bezahlung in Pflegeberufen und mehr Zeit für die Pflege. Um dies zu finanzieren, müsse mehr Geld ins System, forderte der SPD-Politiker. Die Finanzierungslücke betrage fünf bis sechs Milliarden Euro jährlich bundesweit. Er sprach sich für die Einführung einer Bürger-Pflegeversicherung aus, in die alle einzahlen.
Die AWO ist einer der größten Sozialverbände in Mecklenburg-Vorpommern. Sie betreibt unter anderem 64 Pflegeeinrichtungen, 100 Kitas, 20 Beratungsstellen und fünf Kliniken, wie Tünker sagte. Der Jahresumsatz betrage 130 Millionen Euro. Die Mitgliederzahl des Verbandes wachse seit Jahren, demnächst werde das 6000. Mitglied erwartet.dpa
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