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Malaria-Prävention: Bakterium macht Mücken resistent

Freitag, 10. Mai 2013

East Lansing – US-amerikanische Forscher haben ein Bakterium entdeckt, das bestimmte Anopheles-Mücken resistent gegen eine Infektion mit Malaria-Erregern machen könnte. Die Studie in Science (2013; 340: 748-751) eröffnet neue Perspektiven für die Vektorkontrolle der Tropenkrankheit.

Die Gattung Wolbachia gehört zu den erfolgreichsten Bakterien. Die Mehrzahl aller Insekten sind infiziert. Das Bakterium vermehrt sich in den Keimzellen von Insekten. Über die infizierten Eizellen werden die Erreger an die Nachkommen der Insekten „vererbt“. So bleibt die Infektionskette geschlossen, ohne dass Wolbachia andere Insekten aktiv infizieren muss.

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Wolbachia verfügt über weitere erstaunliche Fähigkeiten. Um das Weiterleben der Gattung zu sichern, versteht es Wolbachia, die Bildung von weiblichen Nachfahren zu fördern. Zum Erfolgsrezept gehört auch, dass die infizierten Insekten gegen (andere) Krankheitserreger immun sind. Dies macht Wolbachia als Instrument zur Vektorkontrolle von Tropenerkrankungen interessant.

Dem Team um den Mikrobiologen Zhiyong Xi von der Michigan State University in East Lansing ist es bereits gelungen, Populationen von Aedes-Mücken mit Wolbachia zu infizieren (Nature 2011; 476: 454–457). Die Insekten waren danach resistent gegen eine Infektion mit dem Dengue-Virus.

In Australien laufen bereits Feldversuche, um Wolbachia in den Aedes-Populationen zu etablieren. Wolbachia schützt Insekten auch vor Infektionen mit Plasmodien, den Erre­gern der Malaria. Anopheles-Mücken, die die Plasmodien übertragen, werden jedoch nicht von den normalen Wolbachia-Bakterien befallen.

Doch Xi hat jetzt nach einer systematischen Suche in den Aedes-Mücken eine Variante (wAlbB) gefunden, die auch Anopheles stephensi infiziert. Nach der Injektion in die weiblichen Keimdrüsen waren auch die Nachfahren über bisher 34 Generationen infiziert.

„wAlbB“ wurde auch auf andere A. stephensi-Mücken übertragen. Werden infizierte und nicht-infizierte Mücken zusammengebracht, sind bereits nach acht Generationen alle Tiere infiziert, behauptet Xi. Damit bestehen gute Aussichten, dass die malaria-protektiven „wAlbB“-Bakterien in Feldversuchen langfristig überleben würden.

Die Forscher dürften allerdings zunächst ihre Laborversuche fortsetzen, da A. stephensi als Malaria-Überträger von untergeordneter Bedeutung ist. A. stephensi ist vor allem im Nahen Osten und Südasien verbreitet. Der Überträger der tropischen Malaria ist A. gambiae. Die Malaria tropica ist weltweit für die meisten Erkrankung und Todesfälle der Malaria verantwortlich. © rme/aerzteblatt.de

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