Düsseldorf – Gelingt es, Hirnmetastasen mit einem Sicherheitsabstand von fünf Millimetern zum benachbarten Gewebe zu entfernen, verbessert sich die Chance für die Patienten, hier kein lokales Rezidiv zu erleiden. „Dann kann unter Umständen sogar auf eine anschließende Ganzhirnbestrahlung verzichtet werden“, erklärte Gabriele Schackert, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) und Direktorin der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Dresden.
Hirnmetastasen bilden die größte Gruppe unter den Hirntumoren. Etwa die Hälfte sind Tochtergeschwülste vom Bronchialkarzinom, jede fünfte zerebrale Geschwulst ist die Folge eines Brustkrebses. „Weil sich die Krebsbehandlung insgesamt stark verbessert hat, erleben immer mehr Patienten die Entstehung einer solchen Hirnmetastase“, so Schackert.
Histologische Untersuchungen zeigten, dass sich aus Hirnmetastasen offenbar winzige Zellnester lösen, die ins benachbarte gesunde Hirngewebe einwandern. „Wir nehmen an, dass die Tumorzellen bis zu fünf Millimeter tief eindringen können“, so die DGNC-Präsidentin.
Diese Infiltration sei der Grund, weshalb bereits entfernte Tumoren wieder nachwüchsen. Neurochirurgen versuchten deshalb, eine Metastase mit einem Sicherheitsabstand von fünf Millimetern zu entfernen – sofern dies möglich ist. „Eine solche weiträumige Operation kommt infrage, wenn der Tumor in einer Hirnregion liegt, die nicht für wichtige Funktionen wie etwa Sprache oder Bewegung zuständig ist“, so Schackert.
Rund zehn Prozent aller Patienten überlebten die Diagnose einer Hirnmetastase länger als zwei Jahre. „Für sie würde der Verzicht auf eine Ganzhirnbestrahlung einen Zugewinn an Lebensqualität bedeuten“, betonte die Dresdner Neurochirurgin.
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