Stuttgart – Bei rund zwei Prozent der Ungeborenen stellen Frauenärzte fest, dass das Herz des Kindes zu schnell oder zu langsam schlägt oder stolpert. In den meisten Fällen sind diese Störungen jedoch harmlos. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hingewiesen. „Bei über 90 Prozent der Herzrhythmusstörungen handelt es sich um zusätzliche Herzschläge, die vom Fetus problemlos toleriert werden“, erklärte Christoph Berg, stellvertretender Leiter der DEGUM-Sektion Fetale Echokardiografie.
Dennoch sollten Ärzte diese Auffälligkeiten abklären, denn manche Rhythmusstörungen könnten für das Ungeborene gefährlich werden und zum Beispiel zu einer Herzinsuffizienz führen, berichten Berg und seine Kollegen der Universitäts-Frauenkliniken Köln und Bonn in der Zeitschrift Ultraschall in der Medizin (2013; 34: 114-130).
„Die fetale Echokardiografie ermöglicht es uns, Veränderungen in den Bewegungen der Vorhöfe und Kammern sichtbar zu machen“, erklärte Berg. Mittels Doppler-Sonografie können die Mediziner außerdem die zeitliche Abfolge von Vorhof- und Kammerschlägen bestimmen.
„Ziel ist es stets, das Überleben des Kindes bis zur Geburt zu sichern“, erklärt Mitautorin Annegret Geipel, Vorstandsmitglied der DEGUM. Danach könnten die kleinen Patienten mit Medikamenten oder mittels eines Schrittmachers behandelt und, falls nötig, operiert werden.
| Versenden | Teilen |

Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.