7.926 News Medizin

Medizin

Infektionsrisiken in Überschwemmungs­gebieten

Freitag, 7. Juni 2013

Berlin – Bislang gibt es zwar keinen Anhalt für ein gehäuftes Auftreten von Infektions­krankheiten in den Überflutungsgebieten von Donau und Elbe, auch nach den früheren Überschwemmungen sind in Deutschland keine Epidemien aufgetreten. Das Robert Koch-Institut (RKI) nennt dennoch vorsorglich einige Vorsichtsmaßnahmen.

Anzeige

Ein Ansteckungsrisiko besteht laut RKI grundsätzlich durch Krankheitserreger, die über den Stuhl ausgeschieden und dann über den Mund aufgenommen werden. In der Regel seien dies Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen oder Hepatitis A. Das Risiko einer Hepatitis A wird von Berlin als gering eingestuft, solange sauberes Trink- und Wasch­wasser sowie saubere Lebensmittel zur Verfügung stehen.

Eine allgemeine Impfung der Betroffenen gegen Hepatitis A werde deshalb derzeit nicht erwogen. Für Einsatzhelfer könne eine Impfung allerdings sinnvoll sein, heißt es in der Mitteilung. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt sie schon länger für alle Kanalisations- und Klärwerksarbeiter.

Strikte Händehygiene wichtig
Privatpersonen schützen sich nach Ansicht des RKI am besten durch eine strikte Händehygiene und den Verzehr von hygienisch unbedenklichen Lebensmitteln. Wichtig sei vor allem sauberes Trinkwasser. Das RKI geht davon aus, dass das Trinkwasser vor Ort laufend kontrolliert wird, und dass die lokalen Behörden die Bevölkerung über mögliche Probleme informieren. Lebensmittel, die mit Überschwemmungswasser in Berührung gekommen sind, sollte man besser nicht verzehren.

Hygienische Probleme ergeben sich nach Einschätzung des RKI nicht während der Überschwemmung, sondern danach: Bei Aufräumarbeiten in ihren Häusern, Kellern und Gärten liefen die Bewohner Gefahr, mit kontaminiertem Wasser in Kontakt zu geraten. Kinder sollten deshalb im Überschwemmungswasser besser nicht baden oder spielen.

Private Brunnen problematisch
Als besonders problematisch betrachtet das RKI private Brunnen. Diese sollten erst nach einer Freigabe durch das zuständige Gesundheitsamt wieder zur Trinkwasserversorgung genutzt werden, schreibt die Behörde. Gartenbesitzer sollten bedenken, dass Wasser aus Teichen und Bächen nach einer Überschwemmung für die Bewässerung von Gemüse, Feldfrüchten, Obst und ähnlichem nicht geeignet ist.

Da man sich bei Aufräumarbeiten leicht verletzen könnte, sollten die Betroffenen ihren Impfschutz gegen Tetanus überprüfen und gegebenenfalls aktualisieren lassen. Bei der Reinigung von Häusern und Wohnungen sind Gummistiefel, wasserdichte Handschuhe und wasserabweisende Kleidung wichtig, da sie vor dem Kontakt mit möglicherweise „verkeimtem“ Wasser schützen. Vor dem Zubereiten und dem Verzehr von Lebensmitteln sowie dem Rauchen sollte man sich die Hände mit hygienisch einwandfreiem Wasser waschen. © rme/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
7.926 News Medizin

Nachrichten zum Thema

11.04.13
Jena – 39 Akut- und Rehakliniken aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern haben heute eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet und damit die so genannte Mitteldeutsche Sepsis Allianz (MSA)...
28.03.13
Berlin – Ab Karfreitag gelten in Deutschland kürzere Meldefristen für Infektionskrankheiten. Wie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) heute in Berlin ankündigte, tritt ein entsprechendes Gesetz am...
04.02.13
Berlin – Das Robert Koch-Institut soll künftig schneller über die Lage bei Infektionskrankheiten informiert werden. Das sieht ein entsprechendes Regelwerk vor, das der Vermittlungsausschuss letzte...
08.10.12
Jena – Ein landesweites Netzwerk namens „Alerts-Net“ gegen die Verbreitung von Krankenhausinfektionen hat heute das Universitätsklinikum Jena (UKJ) vorgestellt. Bislang nehmen daran 22 Kliniken, 14...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

dr.storch-info
am Montag, 10. Juni 2013, 10:50

Händewaschen

Händehygiene steht tatsächlich auf Nr.1 der notwendigen privaten Maßnahmen. Wer kein sauberes Wasser hat, der muss sich selbst zu helfen wissen. Da gibt es das sog. Krisenfass und KyroCaps ( http://chlordioxid-innovativ.blogspot.de/ ) mit denen sich jeder im Notfall helfen kann.

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren


Eingeloggt als

Suchen in

  • Archiv
  • News
  • Foren
  • Blogs