Dtsch Arztebl 2008; 105(41): A-2132 / B-1830 / C-1786
Facharzt für Notfallmedizin gefordert
AKTUELL: Akut
Für die Einführung des Facharztes für Notfallmedizin haben sich mehr als 800 Notfallmediziner in München bei dem gemeinsamen Jahreskongress der DGINA e.V. (Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfallaufnahme) und der EuSEM (European Society for Emergency Medicine) ausgesprochen. Nicht nur in den USA, Australien, Kanada oder Neuseeland gebe es diesen Facharzt seit vielen Jahren, hieß es auf einer Pressekonferenz. Auch in ungefähr der Hälfte der europäischen Länder wie etwa in Großbritannien, Belgien, Tschechien oder Polen könnten sich Notfallpatienten mit schweren Verletzungen, Brustschmerzen oder schwerer Atemnot auf eine hoch qualifizierte Notfallbehandlung verlassen. Damit dies in Zukunft auch in den verbleibenden Ländern so sein wird, fordert die EuSEM in einer Grundsatzerklärung zur Notfallmedizin in Europa nachdrücklich, auch hier den Facharzt für Notfallmedizin einzuführen. „Deutschland“, so Dr. med. Barbara Hogan (Präsidentin der DGINA e.V., Hamburg), „ist eines der wenigen hoch technisierten Länder der Welt, in denen es keinerlei geregelte Vorbereitung auf die herausfordernde und verantwortungsvolle Tätigkeit der Ärzte in den Notaufnahmen gibt.“ Curriculum liegt zur Entscheidung vor In vielen Krankenhäusern würde kein Fachpersonal für die Notaufnahmen vorgehalten. Vielmehr müssten Ärzte diese Tätigkeit neben ihrer Arbeit auf der Station ausüben, und das, wie Dr. Thomas Fleischmann (Schriftführer der DGINA e. V., Sanderbusch) meinte, für die schwierigsten Patienten überhaupt, und zwar die in einer Notlage. Auch Prof. Dr. med. Christoph Dodt (München) betonte die Notwendigkeit, in dieser Situation sofort reagieren und die Weichen für die weitere Behandlung richtig stellen zu können. Dies, so Dodt, könne nur professionell geschehen. Damit werde nicht nur Leben gerettet, sondern auch Geld gespart. Die EuSEM hat ein Curriculum erstellt, in dem die Ausbildung des Facharztes für Notfallmedizin für Deutschland adaptiert geregelt wird nach dem Motto: Jeder – alles – immer: jeder Patient, alle Erkrankungen und rund um die Uhr. Die Ausbildungszeit ist auf fünf Jahre angelegt. Dieses Curriculum, erklärte Hogan, liege der Bundesärztekammer zur Entscheidung vor, umgesetzt werden müsse es dann von den Landesärztekammern. Dr. med. Angelika Bischoff Die Grundsatzerklärung zur Notfallmedizin im Internet: www.aerzteblatt.de/plus4108 |
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