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Dienstag, 4. April 2006
Erster Maserntodesfall in Großbritannien seit 14 Jahren - Mumps in den USA

London - Nicht nur am Niederrhein sind die Masern ausgebrochen. Auch aus Großbritannien wird eine Epidemie gemeldet. Dort ist es sogar zu einem Todesfall gekommen, dem ersten seit 14 Jahren. 

Wie britische Medien unter Berufung auf die Health Protection Agency melden, sind in England und Wales bisher hundert Menschen an Masern erkrankt. Im gesamten letzten Jahr hatte es nur 77 Erkrankungen gegeben. Erstmals seit 1992 ist in Großbritannien auch ein Todesfall an Masern zu beklagen. Ein Junge, der wegen einer nicht näher benannten Lungenerkrankung immunsuppressiv behandelt wurde, starb an der Kinderkrankheit, die von der Öffentlichkeit häufig verharmlost wird. Der Junge soll nicht geimpft gewesen sein.

Das britische Gesundheitsministerium führt die derzeitige Masernepidemie auf die Impfmüdigkeit in der Bevölkerung zurück. Seit einer Publikation im Lancet aus dem Jahr 1998, in der der MMR-Impfstoff –fälschlicherweise wie heute feststeht – mit Autismuserkrankungen in Verbindung gebracht wurde, lehnen viele britische Eltern die Impfung ihrer Kinder ab. Die Impfrate ist auf 82 Prozent gefallen, 95 Prozent oder mehr wären erforderlich, um den Ausbruch einer Epidemie zu vermeiden. Nach Angaben der Stiftung „Sense“ ist die Impfrate in den letzten Jahren jedoch wieder gestiegen.

Dem Vernehmen nach gehörte der verstorbene Junge einer Gruppe von Nichtsesshaften („travelling community“) an, die traditionell nicht für vorsorgliche Gesundheitsleistungen zu gewinnen sind. Erkrankt sind jedoch auch sesshafte Briten. Nachdem in einer Klinik (Central Middlesex Hospital) sechs Personen erkrankten, wurde dort beim gesamten Personal der Impfschutz aufgefrischt.

Ob die in England angetroffenen Viren die gleichen sind wie in Deutschland, die wiederum aus der Ukraine stammen sollen, steht noch nicht fest. Ungewöhnlich wäre es jedoch nicht, wie das Beispiel Mumps zeigt. Im letzten Jahr gab es in Großbritannien eine ungewöhnlich starke Mumps-Epidemie mit 43.322 (bisher) bestätigten Fällen. Das gleiche Virus ist jetzt im US-Staat Iowa aufgetaucht, wo in den letzten drei Monaten 245 Fälle auftraten. Es handelt sich dabei um den größten Ausbruch von Mumps in den USA seit 1988/1989. /rme

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