Lexington – Zahnverlust könnte ein Prädiktor für Demenz sein. Das postulieren Wissenschaftler des College of Medicine und des College of Dentistry der University of Kentucky. Sie publizieren ihre Studie der Oktoberausgabe des Fachblatts der American Dental Association (J Am Dent Assoc 2007; 138 (10): 1314-1322).
Zahlreiche Studien haben in der Vergangenheit gezeigt, dass Patienten mit Demenz mit höherer Wahrscheinlichkeit einen schlechten Zahnstatus aufweisen. Die Wissenschaftler der University of Kentucky haben nun die umgekehrte Fragestellung beleuchtet, ob schlechte Zähne zur Entwicklung einer Demenz beitragen.
Der Studie liegt eine Analyse von Daten über 144 Teilnehmerinnen der „Nun Study“ zugrunde. Diese Längsschnittstudie erfasst Daten über das Altern und die Alzheimersche Erkrankung zu 678 Mitgliedern der Notre Dame Kongregation. Die von der Arbeitsgruppe erfassten Teilnehmerinnern waren zwischen 75 und 98 Jahre alt. Die gesammelten Daten stammten aus jährlichen kognitiven Untersuchungen und den zahnmedizinischen Akten der Teilnehmerinnen.
„Von den bei der Erstuntersuchung nicht dementen Teilnehmerinnen, trugen die mit wenig (null bis neun) Zähnen ein erhöhtes Risiko eine Demenz im Verlauf der Studie zu entwickeln, als Teilnehmerinnen mit zehn oder mehr Zähnen“, schreiben die Autoren. Sie bringen mehrere mögliche Erklärungen für die Verbindung zwischen den beiden Phänomenen ein: Neben periodontalen Krankheiten tragen Ernährungsdefizite in frühen Jahren, Infektionen und chronische Krankheiten simultan zu Zahnverlust und Hirnschädigungen bei.
Die Forscher weisen darauf hin, dass sich die genaue Rolle des Zahnverlusts anhand der vorliegenden Studie nicht genau klären lässt. „Es ist aufgrund unserer Ergebnisse nicht ersichtlich, ob die Verbindung kausal oder zufällig ist“, drängen die Autoren auf weitere Untersuchungen. © hil/aerzteblatt.de