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Freitag, 7. Dezember 2007
Kommerzieller Anbau von Gen-Mais in Deutschland ab 2008 möglich

Berlin/Hamburg – Der kommerzielle Anbau von gentechnisch verändertem Mais ist in Deutschland ab kommendem Frühjahr möglich. Der freie Anbau der Maissorte „Mon 810“ der US-Firma Monsanto sei nun zugelassen worden, sagte am Donnerstag eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Berlin. Monsanto habe die entsprechenden Auflagen erfüllt und einen so genannten Monitoring-Plan erstellt, der eine Überwachung des Anbaus und seiner Auswirkungen ermöglichen soll 

Greenpeace nannte die Zulassung „völlig verantwortungslos“. Eine Bundesbehörde habe die Maissorte als „Gefahr für die Umwelt“ bewertet. Der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Gert Lindemann, wies die Vorwürfe zurück. „Es besteht kein Verdacht, dass Gefahr von Mon 810 ausgeht“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Sein Ministerium lasse dennoch den Anbau wissenschaftlich beobachten, „um sicherzugehen, dass die Risikodarstellungen von Umweltorganisationen unzutreffend sind.“ Laut der Ministeriumssprecherin ermöglicht der Monitoring-Plan eine entsprechende Überwachung.

Die Greenpeace-Expertin Stephanie Röwe stellte den Monitoring-Plan allerdings in Frage: er sehe keinerlei spezifische Untersuchungen vor, mit denen die Auswirkungen etwa auf die Tierwelt geprüft würden. Zudem werde der Mais in anderen Ländern bereits seit langem angebaut, schädliche Wirkungen seien dokumentiert.

Kritik übte Röwe zudem an Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU). Vor wenigen Tagen habe dieser sich in Brüssel noch für einen Zulassungsstopp eingesetzt, nun „dreht er sich um 180 Grad und macht dem umstrittenen Anbau in Deutschland den Weg frei“.

Seehofer hatte vor rund zehn Tagen bei einem Agrarrat in Brüssel geäußert, er wolle ein „Stoppsignal setzen“, da es in der EU ein „breites Unbehagen“ über die geltenden Zulassungsregeln für gentechnisch veränderte Pflanzen gebe. Die Ministeriumssprecherin erläuterte, Seehofer setze sich für ein transparenteres Zulassungsverfahren ein. Damit habe er sich aber nicht gegen den Anbau bereits zugelassener Gen-Pflanzen ausgesprochen. © afp/aerzteblatt.de

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