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Dienstag, 18. Dezember 2007
Psoriasis erhöht Sterberisiko

Philadelphia – Eine schwere Schuppenflechte kann das Leben verkürzen. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Kohortenstudie in den Archives of Dermatology (2007; 143: 1493-1499), die allerdings die Gründe für die erhöhte Mortalität bei einer Hautkrankheit nicht ermitteln kann.

Todesfälle sind bei einer sehr ausgeprägten Psoriasis zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber an Behandlungszentren ausgesprochen selten. Auch tödliche Behandlungskomplikationen sind beschrieben worden, kommen aber als Erklärung für die Ergebnisse der retrospektiven Kohortenstudie, die Joel Gelfand von der Universität Philadelphia jetzt vorstellt, nicht infrage. Der Dermatologe hat die Daten der General Practice Research Database ausgewertet, einem 1987 in Großbritannien eingerichteten Patientenregister mit mittlerweile mehr als 3,4 Millionen Teilnehmern.

Die Forscher gingen dem Schicksal aller Patienten nach, bei denen in den Jahren bis 2002 die Diagnose einer Psoriasis gestellt wurde. Als schwer wurde die Schuppenflechte dann eingestuft, wenn die Ärzte eine systemische Therapie von Phototherapie über Methotrexat bis Retinoide verschrieben oder durchgeführt hatten. Jedem Patienten wurden 5 Kontrollen gegenübergestellt und dann die Zahl der Todesfälle verglichen. 

Dies ergab für Patienten mit schwerer Psoriasis eine um 50 Prozent erhöhte Mortalität (Hazard Ratio 1,5; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,3-1,7).  Nach der Analyse von Gelfand sterben Männer mit schwerer Psoriasis 3,5 Jahre früher, Frauen mit Psoriasis sogar 4,4 Jahre früher als andere Menschen. Das Sterberisiko erwies sich in mehreren Sensitivitätsanalysen als robust, wenn beispielsweise Patienten mit psoriatrischer Arthropathie oder rheumatischen Begleiterkrankungen ausgeschlossen wurden. Auch die Behandlung mit Methotrexat oder Retinoiden war nicht Ursache der Übersterblichkeit. 

Gelfand vermutet, dass der ungesunde Lebensstil vieler Psoriatiker eine Rolle spielen könnte. Es ist seit langem bekannt, dass Psoriatiker häufiger rauchen, übergewichtig sind oder an Hypertonie leiden als andere Menschen, was Experten auf die starke psychologische Belastung durch die Schuppenflechte zurückführen. Psoriatiker sind stärker gefährdet, an einem metabolischen Syndrom und Typ-2-Diabetes mellitus zu erkranken. Tatsächlich konnte Gelfand in einer früheren Studie ein erhöhtes Herzinfarktrisiko der Patienten nachweisen.

Darüber hinaus erkranken Psoriatiker häufiger an Lymphomen und bestimmten Karzinomen. Die Gründe hierfür sind nicht bekannt. Klar sei jedoch, so Gelfand, dass die Schuppenflechte mehr ist als nur eine Dermatose und dass die Patienten ganzheitlich betreut werden müssten. © rme/aerzteblatt.de

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