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Mittwoch, 16. Januar 2008
Britische Patientenorganisation fordert Überwachung ausländischer Hausärzte

London – Immer mehr britische Hausärzte verzichten darauf, Patienten abends und an Wochenenden hausärztlich zu versorgen. Das hat zur Folge, dass immer mehr ausländische Ärzte für Vertretungsdienste nach Großbritannien reisen, um sich durch überlange Wochenendschichten zusätzlich Geld zu verdienen. Jetzt schlugen britische Patientenorganisationen Alarm.

Die Wochenend-Vertretungsdienste im staatlichen britischen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) sind vor allem bei Hausärzten aus den ostseuropäischen EU-Staaten wie Polen oder Litauen beliebt. Ein polnischer Hausarzt verdient oftmals monatlich weniger als 800 Euro. Ein Wochenend-Einsatz in Großbritannien bringt dagegen leicht bis zu 3.000 Euro. Neun von zehn britischen Primärarztpraxen bieten ihren Patienten keine Versorgung an Wochenenden, nach Feierabend oder an gesetzlichen Feiertagen an. Das ist seit 2004 gesetzlich möglich.

Kommerzielle Vertretungsdienst-Organisatoren übernehmen die Arbeit. Diese Arbeitsvermittler lassen in der Regel qualifizierte Hausärzte aus Polen, Estland, Litauen und anderen osteuropäischen Ländern einfliegen, um die Lücken zu füllen. Auch deutsche Hausärzte übernehmen NHS-Vertretungsdienste. Allerdings sind es die Hausärzte aus Polen und anderen osteuropäischen Staaten, die bei britischen Patientenverbänden für zunehmenden Unmut sorgen. 

„Viele polnische Hausärzte arbeiten Montag bis Donnerstag in ihrer eigenen Praxis in Polen. Freitag fliegen sie dann nach Großbritannien. Das kann Reisezeiten von bis zu zehn Stunden mit sich bringen“, so ein Sprecher der britischen „Patients Association“ (PA). „Die Ärzte kommen übermüdet an und die Gefahr ist groß, dass sie Fehler machen. Zumal viele nicht sonderlich gut Englisch sprechen.“ Die PA verlangt eine bessere Überwachung ausländischer Hausärzte in Großbritannien. Deutsche Hausärzte genießen bei britischen Patienten einen sehr guten Ruf. Sie gelten als „gut qualifiziert“ und „kompetent“. © KT/aerzteblatt.de

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