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Dienstag, 6. Mai 2008
China: Enteroviren breiten sich aus – Erste Erkrankungen aus Vietnam

Peking – Die in der chinesischen Provinz Anhui ausgebrochene Hand-Mund-Fuß-Krankheit hat sich in den letzten Tagen rasch ausgebreitet. Nach einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua wurden mittlerweile mehr als 12.000 Erkrankungen aus zehn Provinzen gemeldet. Auch in Vietnam ist es zu ersten Erkrankungen gekommen. Die Zahl der gestorbenen Kinder stieg in China auf 26.

In der letzten Pressemitteilung der Weltgesundheitsorganisation vom 1. Mai war noch von 1.884 Erkrankungen die Rede. Sie waren alle auf die Provinz Anhui und dort vor allem auf die Stadt Fuyang beschränkt. Jetzt meldet Xinhua, dass die Zahl der Erkrankungen bis Dienstag auf 12.164 gestiegen ist. Die von Enterovirus 71 ausgelösten Infektionen sind jetzt außer in Anhui (22 Todesfälle) noch in den Provinzen Jiangsu, Hunan, Hubei, Shaanxi, Henan, Hebei, Zhejiang (ein Todesfall), Guangdong (drei Todesfälle), Jiangxi und den Großstädten Peking und Chongqing aufgetreten.

Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP sind auch in Vietnam etwa 400 Menschen erkrankt, die meisten davon im Süden in Ho Chi Minh-Stadt, dem früheren Saigon. Genauere Zahlen konnten die Gesundheitsbehörden nicht angeben, da die Erkrankung dort nicht meldepflichtig ist und auch durch Coxsackie-Viren und Echoviren ausgelöst werden kann. In Vietnam ist Coxsackie A16 verbreitet. Ohne Labortests sind die Erkrankungen schwer voneinander zu unterscheiden.

Bei der Hand-Mund-Fuß-Krankheit kommt es nach einem leichten Fieber zu Blasen und Ulzerationen im Mundbereich, danach an Händen und Füßen. In seltenen Fällen kann es zur Beteiligung der Atemwege (Sommergrippe, Pharyngitis, Pneumonie) und innerer Organe (Perikarditis, Myokarditis, Pleurodynie) oder auch zu einer aseptischen Meningitis kommen. Einen Impfschutz oder eine kausale Therapie gibt es nicht. © rme/aerzteblatt.de

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