Pittsburgh - Die Helmpflicht rettet vielen Motorradfahrern das Leben. Wie ausgeprägt die Schutzwirkung ist, zeigt eine Studie im American Journal of Public Health (2008; doi: 10.2105/AJPH.2007.123299).
Im Jahr 2003 wurde im US-Staat Pennsylvania die allgemeine Helmpflicht gelockert. Nur noch Motorradfahrer unter 21 Jahren und solche mit weniger als zwei Jahren Fahrerfahrung sind seither noch verpflichtet, einen Helm zu tragen. Die absehbare Folge war ein Rückgang der Helmträger.
Nach den Unfallstatistiken sank der Anteil innerhalb von zwei Jahren von 82 auf 58 Prozent. Die Motorradfahrer mögen den Fahrtwind jetzt freier genießen, doch der Spaß hat spätestens dann ein Ende, wenn sie in einen Unfall verwickelt sind, wie die Epidemiologin Kristen Mertz von der Universität Pittsburgh durch einen Vorher-Nachher-Vergleich belegt.
Die Zahl der Unfälle mit tödlichen Kopfverletzungen stieg seit der Lockerung der Helmpflicht um 66 Prozent, was sicherlich nicht auf den Anstieg der zugelassenen Motorräder zurückzuführen ist, da die Zahl der tödlichen Unfälle ohne Kopfverletzungen nur um 25 Prozent stieg.
Zugenommen hat laut Mertz auch die Zahl der Hospitalisierungen wegen Kopfverletzungen (42 Prozent gegenüber zwei Prozent bei Unfällen ohne Kopfverletzungen) und der anschließenden Reha-Aufenthalte (plus 87 Prozent vs. 16 Prozent). Unter dem Strich kam es auch zu einem Anstieg der Behandlungskosten (plus 132 Prozent vs. 69 Prozent).
Diese Zahlen zeigen nach Ansicht der Autorin eindeutig, warum das Tragen eines Helms in ihrem Staat wieder für alle Motorradfahrer zur Pflicht werden sollte, wie dies in den USA nur noch in 20 Staaten der Fall ist. Viele Staaten haben die Helmpflicht gelockert, nachdem die Bundesregierung 1975 ein wichtiges Druckmittel aus der Hand gegeben hatte. Vorher wurde die Zahlung von Bundeszuschüssen für den Straßenbau an bestimmte Auflagen zur gesetzlichen Verkehrssicherheit gebunden. © rme/aerzteblatt.de