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Mittwoch, 28. Juli 2010
Alkohol könnte Rheuma vorbeugen

Sheffield – Wer häufig Alkohol trinkt, erkrankt einer Studie in Rheumatology (2010; doi: 10.1093/rheumatology/keq202) zufolge seltener an einer rheumatoiden Arthritis (RA). Bei den Rheumapatienten selbst war der Alkoholkonsum mit einer verminderten Krankheitsaktivität assoziiert.

Der Rheumatologe James Maxwell von der Universität Sheffield hat 873 Patienten mit RA und 1004 gesunde Kontrollen befragt und untersuchen lassen.

Sein überraschender Befund: Die gesunden Probanden gaben viermal häufiger an, mehr als zehn Tage im Monat Alkohol zu trinken (Odds Ratio 4,17; 95-Prozent-Konfidenzintervall 3,01-5,77). Aber auch unter den Rheumapatienten war der Alkoholkonsum mit einer verminderten Krankheitsaktivität assoziiert.

Dies traf, wie Maxwell berichtet, auf alle Marker der Krankheitsaktivität zu einschließlich des C-reaktiven Proteins, des Krankheits-Aktivitäts-Score (DAS 28), der Angaben der Patienten zur Schmerzintensität (auf einer visuellen Analogskala) und zum Ausmaß der Behinderung (im modifizierten “Health assessment questionnaire”, mHAQ) sowie zu den radiologischen Gelenkveränderungen (im modifizierten Larsen-Score). 

Das alles muss nicht viel bedeuten. Die Aussagefähigkeit von Fall-Kontroll-Studien ist begrenzt und die Angaben zum Alkoholkonsum könnten von der Krankheit und seinem Schweregrad beeinflusst worden sein.

Rheumapatienten könnten ihn aus irgendeinem Grund häufiger verschwiegen haben. Vielleicht sind sie auch nur dem Rat ihrer Ärzte gefolgt, weniger zu trinken, weil sich der Alkohol nicht mit den verordneten Medikamenten verträgt.

Die konsistente Dosis-Wirkungsbeziehung in der Studie dürfte jedoch andere Epidemiologen auf das Thema aufmerksam machen. Der nächste Schritt könnte in der Analyse prospektiver Beobachtungsstudien sein.

Der Beweis einer protektiven Wirkung würde letztlich die Durchführung randomisierten klinischer Studien erfordern, die nur schwer vorstellbar sind. © rme/aerzteblatt.de

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Kontrabass am Donnerstag, 29. Juli 2010, 11:03
Typisch
Wieder eine dieser typischen, angeblich alkoholpositiven Studien. Zuerst wird gross das Ergebnis verkündet und im zweiten Teil wird selbstkritisch zugegeben, dass es erhebliche Zweifel gibt. Diese werden aber, wenn überhaupt, nur sehr kurz erwähnt. (Im obigen Artikel besser) Der Alkoholkonsument sieht sich in seinem Trinkverhalten bestärkt, egal wie viel er trinkt. Für die Alkoholindustrie geht die Rechnung auf.
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