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Im Leserbrief beschreiben die Autoren für ADHS-Patienten „andersartige Reaktionsweisen“ auf verschiedene unter anderem im Rahmen von Anästhesieverfahren eingesetzte Medikamente. Die Komplexität möglicher pathophysiologischer Erklärungsmodelle wird durch die klinische Vielfalt der beschriebenen abweichenden Wirkungsweisen deutlich. Diese reichen von paradoxen über abgeschwächte bis hin zu überempfindlichen Reaktionsweisen. Die Vorhersagbarkeit angestrebter Wirkeffekte insbesondere von Anästhetika ist dadurch, wie von den Autoren ausgeführt, erschwert oder gar unmöglich. Vor diesem Hintergrund wird aus anästhesiologischer Sicht verständlich, dass die Dosisfindung von Anästhetika zur Erreichung einer adäquaten Narkosetiefe insbesondere bei ADHS-Patienten problematisch sein kann und ADHS-Patienten zweifelsohne den Awareness-Risikogruppen zuzuordnen sind.

Die im Leserbrief dargelegte Empfehlung zur anästhesiologischen Behandlungsoptimierung durch eine präoperative Anamneseerhebung von ADHS-Patienten ist bereits Bestandteil der anästhesiologischen Routine.

Bei der Vorbereitung von geplanten operativen Eingriffen in Narkose werden alle Patienten im Rahmen des sogenannten Prämedikationsgespräches und durch das Ausfüllen eines Fragebogens nach Diagnosen, Auffälligkeiten, Unverträglichkeiten beziehungsweise von der Norm abweichende Reaktionen auf Medikamente/Anästhetika standardmäßig befragt. Diese Evaluation schließt auch Familienangehörige ein, so dass in aller Regel bekannte Diagnosen oder frühere auffällige Ereignisse erfasst und berücksichtigt werden. Ob sich dadurch bei ADHS-Patienten die Häufigkeit von Awareness-Phänomenen reduzieren lässt, kann aufgrund fehlender Datenlage nicht abschließend beurteilt werden. Es ist dennoch davon auszugehen, dass besondere Aufmerksamkeit, gezielte Information und Aufklärung des Patienten zur Optimierung von Anästhesieverfahren auch bei ADHS beitragen.

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0541b

Prof. Dr. med. Petra Bischoff

Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin u. Schmerztherapie

Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer

Klinikum der Ruhr-Universität Bochum

petra.bischoff@ruhr-uni-bochum.de

Interessenkonflikt

Die Autorin erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Bischoff P, Rundshagen I: Awareness during general anaesthesia. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(1–2): 1–7.
1.Bischoff P, Rundshagen I: Awareness during general anaesthesia. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(1–2): 1–7.

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