ArchivDeutsches Ärzteblatt14/1996Kleinerer Myokardinfarkt nach Angina pectoris

MEDIZIN: Referiert

Kleinerer Myokardinfarkt nach Angina pectoris

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LNSLNSLNSLNS Myokardinfarkte, denen eine Angina pectoris vorangeht, weisen bekanntermaßen kleinere Infarktgrößen auf als Myokardinfarkte bei Patienten ohne vorangegangene Angina pectoris. Das bei diesen Patienten außerdem durch eine thrombolytische Therapie eine raschere koronare Reperfusion und hierdurch eine Verringerung der Infarktgröße erreicht werden kann, konnte in einer englisch-italienischen Untersuchung gezeigt werden.
14 Patienten mit instabiler Angina pectoris in der Woche vor Auftreten des Myokardinfarkts wurden mit neun Patienten ohne Präinfarkt-Angina verglichen. Bei allen Patienten wurde eine systemische Thrombolyse mit rt-PA und zusätzlicher Gabe von iv-Heparin und oraler Acetylsalicylsäure durchgeführt. Die Rekanalisationsrate wurde koronarangiographisch bestimmt, die Infarktgröße aus der CK-Enzymkinetik ermittelt.
Eine komplette Reperfusion (TIMI Grad III) konnte nach 35 Minuten bei 64 Prozent der Patienten mit Präinfarkt-Angina, aber in keinem der Patienten ohne Präinfarkt-Angina nachgewiesen werden. Nach 55 Minuten betrugen die Reperfusionsraten 86 Prozent versus 38 Prozent und nach 90 Minuten 86 Prozent versus 50 Prozent; die mittlere Reperfusionszeit lag bei 27 Minuten versus 48 Minuten. Die Spitzenwerte für Kreatininkinase lagen in der Gruppe ohne Präinfarkt-Angina mit 2 395 U/l doppelt so hoch wie in der Präinfarkt-Angina-Gruppe (1 118 U/l), ebenso ergaben sich signifikante Unterschiede für die CKMB-Verläufe und die integrierten CK-Verläufe über 24 Stunden. Die Reperfusionszeit korrelierte positiv mit der Infarktgröße.
Als mögliche Gründe für das günstigere Abschneiden der Patientengruppe mit Präinfarkt-Angina pectoris diskutieren die Autoren eine mehr dynamische Entwicklung des Koronarverschlusses mit der möglichen Ausbildung von Kollateralen sowie eine der Thrombolyse besser zugängliche Thrombuszusammensetzung.
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Andreotti F et al.: Preinfarction angina as a predictor of more rapid coronary thrombolysis in patients with acute myocardial infarction. N Engl J Med 1996; 334: 7–12.
Dr. Andreotti, Institute of Cardiology, Catholic University, Largo A. Gmelli 8, 00168 Rom, Italien

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