MEDIZIN: Diskussion

Akne im Kindesalter

Plewig, Gerd; Willig, P.; Wüsthof, R.; Jansen, Thomas

Zu dem Beitrag von Dr. med. Thomas Jansen, Prof. Dr. med. Gerd Plewig in Heft 36/1995
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Akne im Kindesalter kann das erste Symptom eines virilisierenden Tumors der Nebenniere sein und sollte deshalb differentialdiagnostisch unbedingt in Erwägung gezogen werden. Diese sehr seltenen Tumoren sind meist Adenome oder Karzinome, letztere mit einer äußerst schlechten Prognose, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und komplett entfernt werden können. Deshalb sollte bei jedem Kind mit einer Akne (außerhalb des Pubertätsalters) eine sonographische Untersuchung der Nebennieren sowie die Bestimmung von Androgenen (besonders DHEA-S) im Blut erfolgen. Engmaschige klinische Verlaufskontrollen (mit einem besonderen Augenmerk auf weitere Zeichen der Virilisierung) sind in jedem Fall erforderlich.


Prof. Dr. R. P. Willig
Achim R. Wüsthof
Universitäts-Kinderklinik
Pädiatrische Endokrinologie
Martinistraße 52
20246 Hamburg


Schlußwort


Wir können der Anregung von Herrn Wüsthoff und Herrn Prof. Willig aus der Universitäts-Kinderklinik Hamburg nur folgen. Das Vorliegen einer Akne im Kindesalter erfordert häufig eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Der ungewöhnliche Verlauf oder Schweregrad einer Akne, besonders mit Beginn nach dem dritten Lebensmonat, begleitet von weiteren Symptomen der Virilisierung, sollte an endokrinologische Ursachen einschließlich Tumoren von Nebenniere, Hoden oder Ovar denken lassen. Auch im Erwachsenenalter kann Akne Ausdruck einer endokrinologischen Grunderkrankung sein. Treten bei Frauen exzessive Androgenspiegel durch hormonproduzierendes Gewebe, meist des Ovars, auf, so kann sich eine Akne als Teilsymptom eines virilisierenden Syndroms entwickeln. Beispiele sind das Stein-Leventhal-Syndrom mit polyzystischen Ovarien und das Androluteom.


Dr. med. Thomas Jansen
Prof. Dr. med. Gerd Plewig
Dermatologische Klinik und Poliklinik Ludwig-Maximilians-Universität
Frauenlobstraße 9–11
80337 München

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