ArchivDeutsches Ärzteblatt14/1996Cash Management: Kontenverwaltung mit dem Praxis-PC

VARIA: Wirtschaft - Berichte

Cash Management: Kontenverwaltung mit dem Praxis-PC

Jobst, Peter

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LNSLNS Home-Banking" – so heißt heute das Schlagwort, unter dem mittlerweile alle namhaften Banken und Sparkassen die Kontoführung von der Praxis aus ermöglichen. Wichtigstes Übertragungsmedium ist das TOnline-System der Telekom, das früher unter der Bezeichnung Btx angeboten wurde. Interessant ist die elektronische Kontoführung sowohl für Kunden wie auch für die Institute: Kunden sparen sich das Ausschreiben von Überweisungsvordrucken und den Weg zur Bank. Zudem können sie via T- Online ihre Hausbank meist 24 Stunden täglich erreichen.

Eingebaute Sperren
Nicht zuletzt können jederzeit der aktuelle Kontostand sowie die Kontoauszüge der letzten Wochen abgefragt werden, so daß erforderliche Umbuchungen – etwa zur Kontoabdeckung – schnell vorgenommen werden können. Kreditinstitute wiederum übernehmen gerne die bereits computergerecht aufbereiteten Kundenaufträge und fördern den Einsatz durch Gebührenvorteile.
Wesentlich geringer als gemeinhin angenommen sind die Voraussetzungen für die Teilnahme am "HomeBanking": Bereits für weniger als 300 DM läßt sich nahezu jeder Heim- oder Personal-Computer mittels Modem und passender Software aufrüsten. Die Telekom verlangt für die Zuteilung der Software-Kennung einmalig 50 DM. Hinzu kommen monatliche Gebühren von 8 DM sowie die Zugangsgebühren zum Netz, also Telefongebühren zum Ortsgesprächstarif und geringe T-Online-Kosten. Einige Kreditinstitute sponsern diese Aktion sogar mit günstigen Komplettangeboten, beispielsweise pauschal 50 DM für Aufrüstung und Anmeldung.
Die Kontoführung über Bildschirmtext ist mindestens vierfach, bei einigen Instituten sogar fünffach durch folgende Sperren abgesichert:
1 Die Softwarekennung – bestehend aus einer zwölfstelligen Nummernkombination – dient der Identifikation des Anwenders im System und muß beim Systemstart eingegeben werden;
1 das persönliche Kennwort muß beim Zugang zum T-Online eingegeben werden;
1 die persönliche Identifikations-Nummer (PIN) muß zumindest bei Beginn des Dialogs mit dem externen Rechner des Kreditinstituts eingegeben werden;
1 eine Transaktionsnummer (TAN) wird zur Freigabe jedes Auftrags verlangt;
1 ein Unterschriftscode (U-Code) muß bei einigen Instituten zusätzlich zur Identifikation des Benutzers eingegeben werden. Zu den Standardangeboten der Banken gehören Einzel- und Sammelüberweisungen, Kontostandsabfragen, Kontoauszug-Ausgaben und die Vordruck-Bestellung. Einige Institute – darunter auch die Postbanken – erlauben zudem die Eingabe von terminierten Aufträgen, das Absenden von Lastschriften oder den Versand von Zahlungsanweisungen zur Verrechnung. Möglich sind oftmals auch Auslandsüberweisungen. Weiterhin können bei einigen Instituten auch Wertpapierdepots abgefragt und sogar Käufe und Verkäufe veranlaßt werden.
Um sich nicht regelmäßig durch das Labyrinth der Zahleneingaben durcharbeiten zu müssen, bieten sowohl der EDV-Fachhandel wie auch die meisten Institute Kontoführungsprogramme an, die den Ablauf weitgehend automatisieren. Private Anwender werden sich meist auf relativ preiswerte Lösungen beschränken: So öffnet das von der Aachener Firma Profi-Partner offerierte "Auto-Btx-Konto" (19 DM Schutzgebühr + 25 Pfennig je Transaktion) alle namhaften Banken, Überweisungen können sehr komfortabel am Bildschirm erfaßt und – auf Wunsch sogar vollautomatisch zeitgesteuert – pünktlich abgesandt werden. Ähnliches bieten die beiden Programme "Money" von Microsoft und "Quicken" von Intuit, die daneben auch noch eine einfache Buchhaltung integriert haben.


Unentgeltliche Angebote
Im professionellen Bereich werden die Programme oft vom jeweiligen Kreditinstitut – guten Kunden oftmals sogar kostenlos – zur Verfügung gestellt. Wichtigster Anbieter auf dem Markt der Einlese- und Verwaltungssoftware ist neben der Deutschen Bank – die mit "db-dialog" ein eigenes Programm offeriert – der Bank-Verlag, der unter unterschiedlichen Logos die Software "ZV light" anbietet.
Aufgabe aller dieser Zahlungsverkehrsprogramme ist die weitgehende Automatisierung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Nach Erfassen der Grunddaten der Bankverbindungen werden künftig alle Aufträge nur noch erfaßt und terminiert. Zum gewünschten Zeitpunkt verschickt sie die Software automatisch. Eine der wichtigsten Möglichkeiten ist daneben die Abfrage aktueller Kontosalden und Umsätze.
Speziell von Banken werden heute auch "vorausschauende" Programme angeboten, zum Beispiel das "Drecam Treasury-Management-System" der Dresdner Bank: Zahlungsavise über erwartete Eingänge werden dort ebenso gespeichert wie disponierte Zahlungsaufträge. Der Anwender erhält eine detaillierte Übersicht über erforderliche Transaktionen und kann so jederzeit seine aktuelle Liquidität überprüfen. Peter Jobst

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